ArchivDeutsches Ärzteblatt30/1997Politische und medizinische Dimensionen des Tabakrauchens: Schädlichkeit unbewiesen

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Politische und medizinische Dimensionen des Tabakrauchens: Schädlichkeit unbewiesen

Güttich, Helmut

Zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Rainer Tölle in Heft 19/1997
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LNSLNS Die Schädlichkeit des sogenannten "Passivrauchens" ist bis heute experimentell unbewiesen. Nur Versuchstiere mit extrem hoher Belastung reagierten. Es besteht noch kein Grund, den Gesetzgeber zu bemühen. Verbote werden umgangen (Frankreich), überzeugende Beweise befolgt. Behandlungskosten entstehen auch nach geheiltem oder vermiedenem Karzinom. Wir alle sterben, meist nicht kostenfrei, an anderen Krankheiten. Wer beweist, daß das kostengünstiger ist?
Ein Passivrauchgesetz muß die Kubikmeterzahl, Luftumwälzung, Raucherzahl, Aufenthaltsdauer und Pro-KopfVerbrauch in bewohnten Räumen berücksichtigen. Hochräumige Altbauwohnungen mit schlecht schließenden Fenstern sind ungefährlicher als moderne Kleinwohnungen.
Wir wissen, daß 1) eine genbedingte Anlage, 2) eine schlechte Körperabwehr (fehlende Tumorsupressorzellen) und ein krebserzeugendes Agens (Tabakrauch) zusammenwirken. Auch das trifft Raucher und Nichtraucher, anders ist der Zahlenunterschied des Bronchialkarzinoms bei Männern und Frauen mit gleichem Zigarettenverbrauch nicht erklärbar. Der Kampf um das Passivrauchen ist vorerst eine dogmatisch-ideologische, aber keine wissenschaftliche Auseinandersetzung. Sollte der Gesetzgeber nicht nur wissenschaftlichen Fakten folgen?
Es wird weniger geraucht, und dennoch steigt die Anzahl der Krebserkrankungen. Die Harvard School of Public Health schrieb: Der Kampf gegen den Krebs, den die US-Regierung vor 15 Jahren erklärte, wurde verloren, die Zahlen steigen dauernd an. Ist wirklich nur der Rauch schuld?


Prof. Dr. med. Helmut Güttich
Frühlingstraße 56
82131 Gauting


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