ArchivDeutsches Ärzteblatt3/1996Zuwendung bei Problempatienten ist hilfreich

MEDIZIN: Referiert

Zuwendung bei Problempatienten ist hilfreich

bt

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LNSLNS In Nordamerika hat man darüber diskutiert, wie zuwendungsintensiv die Behandlung von Problempatienten in den Notfallstationen sein sollte. Kommen Obdachlose häufiger in diese Stationen, wenn es ihnen dort gut gefallen hat, oder führt Zufriedenheit zu geringerem Hilfebedarf? Im kanadischen Toronto wollte man es genauer wissen. 133 Obdachlose (nicht solche mit akuten Psychosen, schweren Erkrankungen mit sofortigem Aufnahmebedarf oder mangelnden Englischkenntnissen) wurden entweder routinemäßig behandelt oder zusätzlich von einem freiwilligen Sozialhelfer betreut, der ihre Probleme erörterte und ihnen Verpflegung anbot (diese Freiwilligen hatten dann die Aussicht, bei ihrer Bewerbung zum Medizinstudium eine wohlwollende Befürwortung zu erhalten).
Die zusätzlich betreuten Patienten kamen in der darauf folgenden Beobachtungszeit 0,43mal pro Jahr wieder in die Notfallaufnahme, die anderen hingegen 0,6mal. Die Häufigkeit des Wiedererscheinens innerhalb eines Monats nach der Behandlung ging um ein Drittel zurück. bt
Redelmeier DA, Moulin J-P, Tibshirani
RJ: A randomised trial of compassionate care for the homeless in an emergency department. Lancet 345 (1955) 1131–1134.
Dr Donald A. Redelmeier, Wellesley
Hospital Jones Building, 160 Wellesley Street E, Toronto M4Y 1J3, Kanada

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