ArchivDeutsches Ärzteblatt10/1996Mitteilungen – Mutterschafts-Richtlinien: Screening auf Chlamydieninfektionen nunmehr auch mittels Gensonden

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen – Mutterschafts-Richtlinien: Screening auf Chlamydieninfektionen nunmehr auch mittels Gensonden

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LNSLNS Am 1. April 1995 ist die Erweiterung der Mutterschafts-Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen um ein Screening auf Chlamy-dieninfektionen in Kraft getreten. Hierüber wurde im Deutschen Ärzteblatt Heft 5 vom 3. Februar 1995 und Heft 30 vom 28. Juli 1995 berichtet.
Der Antigennachweis galt als das zu bevorzugende Testverfahren für die Diagnostik im Rahmen eines routinemäßigen Screening in der Schwangerschaft.
Entsprechend heißt es in den Richtlinien " . . . Untersuchung auf Chlamydia trachomatis mittels eines geeigneten Antigennachweises". Als Testmethoden kommen neben den konventionellen Antigennachweisen wie dem EIA (Enzymimmunoassay) und dem IFT (Immunfluoreszenztest) auch die Schnelltests mittels vorgefertigter Testträger in Betracht. Diese auf einer immunologischen Reaktion (Antigen-Antikörperreaktion) beruhenden Schnelltests sind durch das PEI (Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe) zulassungspflichtig.
In der bei Einführung des Screening auf Chlamydien in der Schwangerschaft entstandenen Diskussion um die dafür geeigneten Testverfahren wurde darauf hingewiesen, daß der gegenwärtige Methoden-Klärungsprozeß weiterhin der wissenschaftlichen Beurteilung unterzogen wird.
So haben zwischenzeitlich Sachverständige Stellung genommen zur diagnostischen Wertigkeit der DNASonden-Tests, auch Gensonden genannt, für den Chlamydiennachweis aus Zervixabstrichen. Nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse werden die DNA-Sonden-Tests im Vergleich zu immunologischen Antigennachweisen als gleichwertig angesehen. Sie kommen aufgrund ihrer vergleichbar guten Spezifität und Sensitivität sowie auch des identischen Kostenaufwands somit als Alternative zum Antigennachweis für das präventive Screening in der Schwangerschaft in Betracht. Entsprechend wurde der Abschnitt zum Screening auf Chlamydien in den Mutterschafts-Richtlinien nunmehr um die sog. GensondenTests ergänzt.
Unter diesen DNA-Sonden-Tests sind eigenständige Nukleinsäurenachweise ohne vorausgehende Amplifikation zu verstehen. Es muß ergänzend darauf hingewiesen werden, daß sich Amplifikationsmethoden für den Chlamydiennachweis (z. B. Polymerase-Kettenreaktion, Ligase-Kettenreaktion), in deren mehrstufigem Ablauf ebenfalls DNA-Sonden eingesetzt werden können, noch im Stadium der Erprobung befinden und nicht Bestandteil des Screening auf Chlamydien nach den Mutterschafts-Richtlinien sind.
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