ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/1997Niederländische Studie: Wie stehen Psychiater zur Suizidbeihilfe?

POLITIK: Nachrichten - Ausland

Niederländische Studie: Wie stehen Psychiater zur Suizidbeihilfe?

Klinkhammer, Gisela

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ROTTERDAM. 64 Prozent von 552 befragten Psychiatern in den Niederlanden vertraten die Auffassung, daß ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung wegen einer psychischen Erkrankung akzeptabel sei. 241 Psychiater gaben an, daß sie sich Fälle vorstellen könnten, in denen sie selbst dazu bereit wären, einem solchen Anliegen nachzukommen. Das sind die Ergebnisse einer anonymen Befragung der Universität Rotterdam, die jetzt im New England Journal of Medicine (336/1997) veröffentlicht wurde. Wissenschaftler hatten an etwa jeden zweiten Psychiater in den Niederlanden einen Fragebogen verschickt.
An 205 (37 Prozent) der befragten Psychiater war mindestens einmal die explizite und anhaltende Bitte um Beihilfe zum Suizid gerichtet worden. Zwölf Ärzte hatten dem Anliegen entsprochen. Am häufigsten verweiger- ten die Psychiater diesen Wunsch, weil sie die Erkrankung des Patienten für heilbar hielten, weil sie Beihilfe zum Selbstmord grundsätzlich ablehnten oder weil sie daran zweifelten, daß das Leiden tatsächlich unerträglich oder aussichtslos sei. Die meisten Patienten, bei denen die Psychiater zur Beihilfe zum Suizid bereit waren, litten neben ihrer psychischen Störung auch an einer schweren körperlichen Krankheit, die sich oft bereits im Endstadium befand. Kli


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