ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/1997Plötzlicher Säuglingstod: Sanfteres Abstillen

MEDIZIN: Diskussion

Plötzlicher Säuglingstod: Sanfteres Abstillen

Ohe, Gudrun von der

Zu dem Beitrag von Dr. disc. pol. Jutta Helmerichs Prof. Dr. med. Karl H. P. Bentele Priv.-Doz. Dr. med. Werner J. Kleemann Christian F. Poets Prof. Dr. med. Klaus-Steffen Saternus in Heft 9/97
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LNSLNS Insgesamt ist der Artikel sehr informativ, doch zum Thema "Beratung zum Abstillen" bin ich anderer Meinung. Ich bezweifle, daß es sinnvoll ist, in einer solchen Situation wie nach einem plötzlichen Kindstod medikamentös abzustillen. In Amerika sind die Hormone, die das Abstillen bewirken, wegen der Nebenwirkungen (unter anderem Depression, Herzinfarkt) verboten. Bei der ohnehin depressiven Gemütsverfassung der Mutter sollte versucht werden, das Abstillen auf sanftere Art zu bewirken. Je nach Alter des Kindes dauert dies unterschiedlich lange. Es gibt Stillberaterinnen, die in dieser Situation der Mutter helfen und sie auch emotional unterstützen können. Manchen Müttern hilft es auch nach dem Tod ihres Säuglings, durch Ausstreichen der Muttermilch Trauerarbeit zu leisten.
Der Gedankengang "der Säugling ist tot, also muß auch die Milch möglichst schnell versiegen" kann meines Erachtens in dieser Situation falsch sein.


Gudrun von der Ohe
Ärztin und Stillberaterin
Niflandring 8
22559 Hamburg


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