ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/1997Eifelhöhen-Klinik: Klärungsbedarf

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Eifelhöhen-Klinik: Klärungsbedarf

EB

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LNSLNS Am 6. August steigt die Haupt­ver­samm­lung der Eifelhöhen-Klinik AG. Das Unternehmen, einstmals auf ärztliche Initiative entstanden und lange im "Reha-Markt" erfolgreich, steckt in einer schwierigen Phase.
Die Eifelhöhen-Klinik AG, die schwerpunktmäßig auf dem Sektor Anschlußrehabilitation tätig ist, mußte im abgelaufenen Jahr einen dramatischen Verlust hinnehmen. Das Konzernbruttoergebnis verschlechterte sich um 15,738 Millionen auf minus 12,365 Millionen. Und das bei einem Umsatz von rund 46 Millionen Mark! Begründet wird der horrende Verlust mit der angespannten Situation im Gesundheitswesen, besonders dem "blindwütigen Sparwillen" der Bundesregierung. Tatsächlich ist es ungemein schwer geworden, im "RehaMarkt" Geld zu verdienen; andere Anbieter wissen gleichfalls ein Lied davon zu singen. Doch könnten solch exorbitante Verluste auch darauf hinweisen, daß fällige Strukturanpassungen nicht angegangen wurden. Daß es durchaus anders geht, beweisen andere, ebenfalls börsennotierte Kliniken, die sich in dem schwierigen Umfeld gut behaupten konnten, indem sie auf die sich abzeichnende geänderte (gesundheitspolitische) Situation frühzeitig reagierten. Immerhin versucht bei der Eifelhöhen-Klinik jetzt der neue Vorstandsvorsitzende Arno Kuge Ideen, die andere auch schon hatten, in Mark und Pfennig umzusetzen. Klärungsbedürftig erscheint auch die Finanzstruktur der AG. So müßten nach Auffassung von Reinhold Rombach, der als Finanzanalyst und Wirtschaftsjournalist einen guten Namen hat, besonders die Bankverbindlichkeiten abgebaut werden. Rombach hat ein spezifisches Interesse an einer Gesundung des Unternehmens: Eine Investoren-Gruppe von Ärzten (nämlich der unter seiner Ägide fahrende "Erste private Investmentclub Börsebius") vertritt rund sieben Prozent des Aktienkapitals. Der Kursverfall der EifelhöhenKlinik AG seit dem letzten Halbjahr 1996 hat wesentlich dazu beigetragen, die Performance des Investmentclubs dahinschmelzen zu lassen. In Zahlen: In guten Zeiten, als der "private Investmentclub" einstieg, notierte die Aktie mit 170 DM, sackte, nachdem die Eifelhöhen-Klinik Probleme mit der Belegung einräumen und auf Verluste hinweisen mußte, zeitweise auf 87 DM ab und liegt heute (am 21. Juli) bei 98 DM/Stück.
Im Interesse einer nachhaltigen Sanierung ging Rombach ungewöhnliche Wege in Sachen Eifelhöhen-Klinik: Um sich schlau zu machen, wollte er als Hospitant im Unternehmen arbeiten, um Struktur und Arbeitsabläufe kennenzulernen. Der Wunsch, vom Management zunächst unterstützt, wurde schließlich abgewimmelt. Rombach macht dafür vor allem den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Friedrich Dickel, einen früheren Commerzbank-Manager, verantwortlich. Am 6. August will Rombach vorschlagen, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Neuwahlen zum Aufsichtsrat sind jedenfalls angesagt. Rombach will (auch) kandidieren. Bei der Haupt­ver­samm­lung, in früheren Jahren eine eher gemächliche Veranstaltung, könnte es also hoch her gehen. Mal sehen. EB
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