ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2010Randnotiz: Schokolade und Rotwein

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Randnotiz: Schokolade und Rotwein

Dtsch Arztebl 2010; 107(14): A-629 / B-549 / C-541

Schmedt, Michael

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LNSLNS Wie jedes Jahr brachte uns der Osterhase steigende Benzinpreise. Die Aufregung war groß, die Bevölkerung sah sich im Vorfeld der Ferien von der Ölindustrie ausgenommen. Diese wiederum reagierte beißreflexartig mit Hinweisen auf die weltpolitische Lage und allerlei andere Gründe, die sich strikt nach den Schulferien zu richten scheinen.

Dann aber kam in der vorösterlichen Woche eine andere vordergründig positive Meldung, die die Konsumenten glücklich machen sollte: Dunkle Schokolade senkt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko! Dem „European Heart Journal“ (2010; doi: 10.1093/eurheartj/ehq068) zufolge ist die vorzugsweise in dunkler Schokolade enthaltene Kakaobutter reich an Flavanolen, die sich günstig auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck auswirken.

Das las der von den hohen Spritpreisen gebeutelte Autofahrer doch gern. Und goss sich zum dunklen Osterei noch ein gutes Glas Rotwein ein. Denn die Zeiten, in denen man als Banause galt, wenn man Schokolade zum Wein genoss, sind längst vorbei, und Studien, die die positive Wirkung des Rotweins auf die Gesundheit belegen, sind zahlreich und leicht zu finden.

Da schießt dem Autor aber ein Gedanke durch den Kopf: Wer hat die Meldung im „European Heart Journal“ so kurz vor Ostern lanciert? Sind die Autoren vielleicht mit der Süßwarenindustrie verbandelt? Ein Interessenkonflikt der Autoren findet sich im Journal nicht. War es am Ende – welch schrecklicher Gedanke – der Osterhase selbst? Egal, Gesundheit hat Vorrang, ein Glas Rotwein und ein Stückchen dunkle Schokolade sind gesund und machen glücklich. Eine bessere Kombination gibt es nicht.
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