ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2010Diamorphin: Bundesausschuss beschließt Richtlinien

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Diamorphin: Bundesausschuss beschließt Richtlinien

Lensing, David

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LNSLNS Auf der Sitzung am 18. März hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Richtlinien zur diamorphingestützten Behandlung Opiatabhängiger beschlossen. Um an der Therapie teilnehmen zu können, muss ein Patient mindestens 23 Jahre alt sein, seit fünf oder mehr Jahren drogenabhängig sein und zwei erfolglose Behandlungsversuche absolviert haben.

Die Einrichtungen sind verpflichtet, zwölf Stunden am Tag Ärzte für die Substitutionstherapie bereitzustellen und eine psychosoziale Betreuung zu organisieren. Darüber hinaus wird die Erstattungsfähigkeit der diamorphingestützten Substitutionsbehandlung an die Bedingung geknüpft, dass alle Mitglieder des ärztlichen Teams regelmäßig an suchtmedizischen Fortbildungen teilnehmen. Mit einer Übergangsfrist von 36 Monaten können sich die Einrichtungen auf die Vorgaben einstellen.

Eine Substitution mit Diamorphin kommt nur infrage, wenn andere Therapien erfolglos waren. Foto: dpa
Eine Substitution mit Diamorphin kommt nur infrage, wenn andere Therapien erfolglos waren. Foto: dpa
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, betonte: „Es ist wichtig, dass die Anforderungen an die Behandlungseinrichtungen eine sichere und qualitativ hochwertige Behandlung im Sinne des Gesetzes gewährleisten.“ Zu hoch angesetzte Forderungen könnten jedoch dazu führen, dass die Behandlung ausschließlich in wenigen, großen Einrichtungen in Deutschland angeboten wird, so Dyckmans.

Widerstand gab es seitens der CDU/CSU. So bemängelte die drogenpolitische Sprecherin Maria Eichhorn die hohen Kosten: Die Behandlung pro Patient sei drei- bis viermal so teuer, wie die herkömmliche Methadonbehandlung. Dem setzte Christoph Wolf vom Diakonischen Werk entgegen, dass andere Kosten bei erfolgreicher Diamorphintherapie sinken würden, etwa die durch Beschaffungskriminalität und Inhaftierungen verursachten. DL
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