ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2010Klinikalltag: Demotivation auf vielen Ebenen
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Danke, Frau Dumitrescu, für diesen mutigen und wahren Artikel über die Demotivierung von Ärzten in deutschen Kliniken. Als Klinikarzt mit Erfahrungen in verschiedenen Staaten, Fächern und Klinikgrößen kann ich Ihren Artikel voll bestätigen und noch um einige Demotivationsfaktoren ergänzen.

Es gibt Kammern und KVen, die unrealistische Weiterbildungs-, Abrechnungs- und Niederlassungsvorschriften erlassen und Kollegen bei dem Einstieg behindern.

Da gibt es einige Chefärzte, die Privatbehandlungen weitgehend ihren Assistenten überlassen, ohne Teaching und ohne Beteiligung. Manche Weiterbildner verstehen von ihrem Fachgebiet nur noch den Teil, den sie erforscht haben oder in dem sie sich jahrelang technisch perfektioniert haben. Pech für den Patienten, der ein anderes Krankheitsbild aufweist oder der unter Nebenerkrankungen leidet, Pech für den Weiterzubildenden.

Immer mehr Klinikverwaltungen versuchen, das Pflegepersonal auszuquetschen wie Zitronen. Schlechte Bezahlung und Behandlung führt zur Bewerbung minderqualifizierter und demotivierter Angestellter. Wissen wird nicht überprüft. Pflegepersonal wehrt sich gegen die Übernahme von angeblich ärztlichen Tätigkeiten, in Nachbarländern Teil der Pflegeroutine . . .

Es gäbe Abhilfen: externe Qualitätssicherung, unangemeldete Kontrollen durch qualifizierte Kommissionen. Entrümpelung der Weiterbildungskataloge. Bessere Bezahlung qualifizierter, langjähriger Mitarbeiter, um sie zu halten. Rotationen der Mitarbeiter zwischen verschiedenen Kliniken. Regelmäßige Prüfung aller Fachärzte etc.

Ich wurde ab den 80er Jahren ausgebildet und habe hervorragende Kliniker und erfahrene Pflegekräfte kennengelernt, denen ich viel klinisches Wissen und viele Kniffe zu verdanken habe. Leider werden diese Spezies immer weniger. Auch deswegen, weil viele den Weg in das Ausland finden.
Dr. med. Andreas Eichler, F-57350 Schoeneck
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