ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2010Klinikalltag: Auf Augenhöhe?
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Die Cappuccinogeschichten von Frau Dumitrescu haben mich sehr nachdenklich gemacht, denn sie hat mit allem recht, was sie schreibt. Ich musste zwar nie nachts um drei Cappuccino servieren, aber als junge Assistenten waren wir alle abhängig von erfahrenen Pflegekräften. Denn schon damals – in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts – war nach schlechtem und praxisfernem Studium die Weiterbildung eher autodidaktisches Learning by Doing denn strukturierte Annäherung an eine der anspruchsvollsten Tätigkeiten, die unsere Berufswelt zu bieten hat. Und auch heute sehe ich immer noch Berufsanfänger, die sich nach wenigen Wochen klinischer Tätigkeit in Notaufnahmen tummeln und Angst haben, die Hintergrunddienste – welch ein Wort! – in Anspruch zu nehmen.

Heute glaube ich, gut mit der Pflege zusammenzuarbeiten, aber auf Augenhöhe? Gibt es noch einen anderen Bereich in unserem Leben, wo die einen die anderen mit „Herr Doktor“ und die anderen die einen mit dem Vornamen ansprechen? Auch die Ausführungen zur Klinikhierarchie und unserem Status als langjährige Fachärzte kann ich nur voll unterstreichen. Wer in den letzten 20 Jahren – warum auch immer – nicht Oberarzt geworden ist, der sieht sich in der Klinik heute im Niemandsland der „Nachgeordneten“, ohne klare Stellenbeschreibung und Tätigkeitsbereich. Ich werde diesen Artikel meinem Sohn (cand. med. siebtes Semester) geben, damit er sich frühzeitig überlegt, ob er das alles auch mitmachen will.
Dr. Tamino Trübenbach, 77815 Bühl
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