ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2010Hellmut Königshaus: „Kummerkasten“ der Bundeswehr

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Hellmut Königshaus: „Kummerkasten“ der Bundeswehr

Dtsch Arztebl 2010; 107(14): A-663 / B-579 / C-571

Hibbeler, Birgit

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Hellmut KönigshausFoto: Bundestag
Hellmut Königshaus
Foto: Bundestag
Wenn die Amtszeit des Vorgängers mit einem Paukenschlag endet, steht der Nachfolger unter Zugzwang. Und so wird es Hellmut Königshaus (FDP) in seiner Funktion als neuer Wehrbeauftragter des Bundestages wohl nicht erst mal ruhig angehen lassen können. Der 49-Jährige kündigte bereits an, einen Schwerpunkt seiner Arbeit werde er auf die Probleme des Sanitätsdienstes legen.

Das ist dringend geboten. Denn der scheidende Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) prangerte in seinem letzten Bericht erhebliche Missstände in der medizinischen Versorgung der Soldaten an. Er warf der Sanitätsführung sogar „ein klares Versagen“ vor.

Der Bundeswehr fehlen mittlerweile 600 Ärztinnen und Ärzte. Königshaus forderte nun, der Dienst müsse wieder so attraktiv werden, dass die Mediziner, die im Sanitätsdienst tätig seien, auch dort blieben und dass neue hinzukämen. Der Jurist und Bundestagsabgeordnete weiß, wovon er spricht. Die Bundeswehr kennt er gut. Seinen Wehrdienst absolvierte er als Zeitsoldat bei der Luftwaffe, zuletzt als Offizier. Vier Jahre lang leitete er die Arbeitsgruppe „Afghanistan“ der FDP-Fraktion und informierte sich mehrfach am Hindukusch über die Situation der Soldaten.

Als Wehrbeauftragter ist Königshaus nun so etwas wie der „Kummerkasten der Bundeswehr“. Die Soldaten – und auch die rund 2 200 Ärzte – können sich direkt an ihn wenden. Jedes Jahr erreichen circa 5 000 Eingaben das Büro des Wehrbeauftragten. Dieser besucht zudem regelmäßig, oft unangemeldet, die Truppe und fasst seine Erkenntnisse in einem Jahresbericht zusammen. Birgit Hibbeler
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