ArchivDeutsches Ärzteblatt33/199730 Leitlinien sind praxisgerecht

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30 Leitlinien sind praxisgerecht

Kokott, Paul

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LNSLNS . . . Die regulatorische Funktionalität - eine Reglementierung soll ja damit nicht verbunden werden - wird durch Vereinzelung und Perfektionismus konterkariert. Unabhängig von der Notwendigkeit der Auflösung spezieller Probleme durch Leitlinien kommt es vor allem darauf an, im allgemeinärztlichen Praxisalltag Hilfestellung und Orientierung zu leisten. Hier haben wir es überwiegend mit komplexen Problemen zu tun, die angemessen bewältigt werden müssen. Dazu verhelfen Leitlinien dann, wenn sie wesentliche Sachverhalte patientenorientiert, das heißt beschwerdebezogen, und praktischen Bedürfnissen entsprechend (Inzidenz, Prävalenz) in ein diagnostisches Strukturmuster übertragen, aus dem sich wiederum ganz bestimmte Konsequenzen für das medizinische und ärztliche Tun und Unterlassen schlüssig ergeben. Ausgewählte Beispiele: Kopf-, Kreuz-, Bauch-, Brustschmerz, Dyspnoe, Ödeme, Schwindel, Diabetes mellitus, Pruritus, Harninkontinenz.
Eine Begrenzung derartiger komplexer Leitlinien auf maximal 30 halten wir für praxisgerecht und dann auch handhabbar. Eine fortlaufende Überarbeitung solcher Leitlinien steht außer Frage.
Die praktische Bedeutung, Anwendbarkeit und Akzeptanz sind von herausragendem Stellenwert für die Umsetzung medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse in den praktisch-ärztlichen Handlungsvollzug.
Leitlinien können auch als gemeinsame Bezugsbasis einer konstruktiven Zusammenarbeit von Generalisten und Spezialisten dienen, problemorientiertes Teamwork verstärken und fördern und zur Steigerung von Effektivität, Effizienz und mittel- wie langfristig auch Wirtschaftlichkeit aller professionell in den Prozeß der Beratung, Behandlung und Betreuung eingebundenen Beteiligten wirkungsvoll beitragen.


Dr. med. Paul Kokott
Stormstraße 21
38226 Salzgitter

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