ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1997Standort Ostdeutschland – Beispiel: Hexal AG

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Standort Ostdeutschland – Beispiel: Hexal AG

Bertsch, Ariane

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LNSLNS Das Pharmaunternehmen Hexal AG hat in den neuen Bundesländern investiert: Ein neues Produktions- und Logistikzentrum der Hexal-
Tochter Salutas Pharma GmbH in Magdeburg ist nun voll in Betrieb. "Unser Engagement ist ein aktives Bekenntnis zum Standort Deutschland", erklärte Dr. Thomas Strüngmann, gemeinsam mit Dr. Andreas Strüngmann Inhaber des Unternehmens.
Insgesamt 340 Millionen DM investierte die Holzkirchener Hexal AG seit 1992 in die Magdeburger Anlage. Nach zweijähriger Bauzeit nahm Salutas im Dezember 1995 den Probebetrieb auf dem rund 100 000 Quadratmeter großen Firmengelände auf. Im Sommer 1996 stellte das Pharmaunternehmen schließlich auf Vollbetrieb um und beschäftigt seitdem rund 350 Mitarbeiter.
Schwerpunkt der Magdeburger Produktion sind feste Oralia; für das laufende Jahr rechnet die Geschäftsleitung mit der Herstellung von zwei Milliarden Tabletten, Filmtabletten und Kapseln. Der Landesverband Ost des Verbandes der chemischen Industrie e.V. bewertete die Magdeburger Anlage der Hexal AG als sehr positiv für die Pharmaindustrie in Ostdeutschland.
"Nur wenige große Unternehmen haben ,auf der grünen Wiese' neue Firmenanlagen errichtet", sagt Geschäftsführer Dr. Volkhard Uhlig. Der einzige Neubau vergleichbarer Größenordnung sei die Anlage der Bayer AG in Bitterfeld. Doch auch die kleineren Investitionen der mittelständischen Unternehmen seien für die Pharmaindustrie bedeutend.
Insgesamt hat sich die chemische Industrie in den neuen Bundesländern nach dem Mauerfall gut entwickelt. "Die Chemie im Osten hat gesunde Wurzeln, aus denen sich eine starke Wirtschaftskraft bilden kann. Aber die nächsten Jahre werden schwerer werden als die vergangenen", schätzt Uhlig die Situation ein. Als die Treuhand 1990 mit der Privatisierung ostdeutscher Unternehmen begann, fanden sich für die pharmazeutischen Firmen schnell Käufer und Investoren, da diese als besonders gewinnträchtig eingestuft wurden. Die wenigsten Firmen wurden jedoch von ihren eige-nen Mitarbeitern aufgekauft. Meist investierten westdeutsche und ausländische Unternehmen, die auf die vorhandene Produktpalette aufbauten und Modernisierungen vornahmen.
Dies trifft auch im Fall der Magdeburger Hexal-Produktion zu: Als die Treuhand im Jahr 1990 das ostdeutsche Unternehmen Chemische und Pharmazeutische Fabriken Fahlberg-List GmbH privatisierte, kaufte die Salutas Pharma GmbH als Tochterfirma der Hexal AG den Betriebszweig Pharmamittel auf. Große Teile der heutigen Belegschaft des Magdeburger Pharmazentrums rekrutieren sich aus ehemaligen Mitarbeitern des DDRUnternehmens. Die Anlage ist jedoch auf neuem Firmengelände entstanden.
Die Hexal AG wurde 1986 von den Brüdern Dr. Andreas und Dr. Thomas Strüngmann in Holzkirchen gegründet. Das Pharmaunternehmen stellt hauptsächlich Generika her, der Produktionsschwerpunkt liegt dabei im Bereich der Herz-und Kreislaufpräparate. Der Inlandsumsatz betrug 1996 rund 500 Millionen DM, der Gesamtumsatz aller Gruppen etwa 700 Millionen DM. In Deutschland beschäftigt die Hexal AG rund 1 200 Mitarbeiter.
Ariane Bertsch
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