ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1997In der Pipeline bei MSD: Wirkstoffe gegen Asthma und Migräne

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In der Pipeline bei MSD: Wirkstoffe gegen Asthma und Migräne

blae-ki

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LNSLNS Weitgehend im Verborgenen engagiert sich das pharmazeutische Unternehmen MSD Sharp & Dohme auf neuen Forschungsgebieten. Bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden wurden zwei neue therapeutische Alternativen zur Behandlung des Asthma bronchiale und der Migräne vorgestellt, die sich bereits in der Phase III der klinischen Prüfung befinden.
Montelukast ist ein Ant-agonist des Leukotrien-D4. Hierbei handelt es sich um eine Substanz, die aufgrund der Aktivierung von Mastzellen gebildet wird und einen Teil der SRS-A (slow reacting substance of anaphylaxis) darstellt. Aufgrund seiner ausgeprägten bronchokonstriktorischen und inflammatorischen Eigenschaften geht man heute davon aus, daß dieses Leukotrien eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie des Asthma bronchiale spielt. Durch Montelukast wird die Leukotrien-D4-Freisetzung selektiv blockiert.
Dabei sei ein sehr günstiges Nutzen-Risiko-Profil zu erwarten, da keine Affinität zu Bindungsstellen ande- rer Leukotriene, Serotonin, Azetylcholin, Histamin oder Prostaglandin D2 besteht, berichtete Dr. Robert Zamboni (Quebec/Kanada). Erste Daten einer kürzlich abgeschlossenen plazebokontrollierten Doppelblindstudie mit etwa 600 Asthma-Kranken sind vielversprechend. Bei einmal täglich oraler Einnahme - additiv zur Basistherapie mit inhalativen Kortikosteroiden - nahm bei den Patienten unter Montelukast der Bedarf an Beta2-Mimetika im Vergleich zur Kontrollgruppe um 20 Prozent ab, und die exspiratorische Atemkapazität stieg kontinuierlich an.
Zur Behandlung der Migräne wurde der Serotonin1-Agonist Rizatriptan entwickelt. Der Wirkstoff bindet selektiv an die Rezeptor-Subtypen 1B/1D an der glatten Muskulatur der meningealen Blutgefäße und am trigeminalen Nervensystem. Das verhindert die Freisetzung von Neuropeptiden, die für Vasodilatation und Entzündungsprozesse im intrakranialen Gewebe verantwortlich sind.
Diese Pathomechanismen werden heute als wahrscheinliche Ursachen der Schmerzphänomene angesehen. Als Vorteil gegenüber anderen SerotoninAgonisten nannte Dr. Richard J. Hargreaves (Essex) zum einen den sehr raschen Wirkeintritt von Rizatriptan und zum anderen die hohe kraniovaskuläre Selektivität und die damit verbundenen geringen Auswirkungen der Medikation auf andere Gefäßsysteme. Veränderungen des koronaren und pulmonalen Blutflusses sind nicht zu erwarten. blae-ki
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