ArchivDeutsches Ärzteblatt33/1997Wie von Zauberhand: DR. MED. HELMUT PFLEGER

VARIA: Schlusspunkt

Wie von Zauberhand: DR. MED. HELMUT PFLEGER

Dtsch Arztebl 1997; 94(33): [56]

Pfleger, Helmut

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LNSLNS Dem Simultanspiel zum Auftakt des diesjährigen Ärzteturniers stand nichts mehr im Wege. Lothar Schmid, in Personalunion Schachgroßmeister, Schachsammler mit einer der schönsten Sammlungen der Welt und Besitzer des Karl-May-Verlages (letzteres hilft bei zweitem, denn Schach selbst ist leider eine brotlose Kunst, es sei denn, man gelangt unter die ersten fünf des Ärzteturniers und fährt mit klingenden Schweizer Fränkli der unterstützenden Bank Hofmann nach Hause), memoriert noch einmal den vollständigen Namen von Hadschi Halef Omar . . . al Gossarah, um sich vom vorzüglichen Zustand seines Gedächtnisses zu überzeugen - und schon hätte es losgehen können. Wenn nur seine gefürchtete linke Zughand den Befehlen des Großhirns hätte Folge leisten können, doch dem stand ein lädierter, bei jeder Bewegung schmerzender Ellbogen entgegen. "Der Schmerz ist der brüllende Wächter der Gesundheit", erfuhr ich einst im Medizinstudium. Das mag so sein, aber Lothar war in diesem Augenblick nicht so überzeugt davon. Doch als der Schmerz am größten, war die Rettung nicht weit - in Form des "bayerischen Urgesteins" Dr. Stingl aus Eichstätt. Ein, zwei Rucke "wie von Zauberhand" (Lothar) - und es konnte losgehen. Auch die letzte Entschuldigung, auf die wir Schachspieler so gerne zurückgreifen (apropos, haben Sie schon einmal gegen einen gesunden Gegner gewonnen?), war dahin.
Also mußte sich Dr. Steudel aus Lindau diese Stellung mit einem fetten "Mehrturm" (gelegentlich ächzt die deutsche Sprache unter unseren termini technici) durch gutes Spiel erworben haben. Nun hätte er als Schwarzer am Zug das Kind behutsam nach Hause schaukeln können, fand indes eine durchschlagende Entscheidung, nach der Lothar seinen König unverzüglich den ewigen Jagdgründen anvertraute. Was war's? Leider versäumte Dr. Steudel seinen großen Gegner mit dessen eigenen Worten darauf hinzuweisen, daß er doch nicht gerade dann aufgeben könne, wenn es am schönsten sei.


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