ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2010Randnotiz: Not kennt kein Gebot

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Randnotiz: Not kennt kein Gebot

PP 9, Ausgabe April 2010, Seite 149

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Offenbar geht es den Krankenhäusern richtig schlecht. Anders ist es kaum zu erklären, dass nicht wenige Häuser aus der Not von Patienten und deren Angehörigen auch noch ein Geschäft machen und dabei ihren guten Ruf riskieren. Zusätzlich zu den ohnehin hohen Gebühren für die Bereitstellung des Telefons am Krankenbett sind viele Krankenhäuser dazu übergegangen, die normale Telefonnummer durch 01805-Servicenummern zu ersetzen. Dadurch werden Gespräche in die Klinik um bis zu 700 Prozent teurer. Ein Anruf aus dem Festnetz kostet 14 Cent pro Minute, vom Handy aus wird schnell bis zu einem Euro/Minute fällig. Was viele Anrufer nicht wissen: Hinter der 0180x-Nummer steckt meist eine reguläre Festnetznummer, über die der Anschlussinhaber auch zu normalen Festnetzpreisen erreichbar ist. Unter www.0180.info lassen sich viele dieser Ersatznummern ermitteln.

Organisationen wie der Online-Verbraucherschutz und die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten wollen gegen diese unfairen Geschäftspraktiken jetzt vorgehen, denn ihren Berechnungen zufolge entstehen für die Betroffenen 80 Millionen Euro Mehrkosten jährlich. Um auf den Missstand hinzuweisen, -haben sie eine Meldeliste für Kliniken mit 0180x-Nummern im Internet eingerichtet (www.online-verbraucherschutz.org). Diese „schwarze Liste“ umfasst derzeit mehr als 150 Adressen, darunter Privat- und Universitätskliniken, städtische und Kreiskrankenhäuser.

Einige der angeprangerten Häuser haben sich zwischenzeitlich besonnen und wieder auf normale Festnetztarife umgestellt. Sie sollten sich jetzt schleunigst um das Siegel „Das faire Telefon in der Klinik“ des Online-Verbraucherschutzes bemühen.
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