ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2010Sucht: Zahl der Drogentoten gesunken

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Sucht: Zahl der Drogentoten gesunken

PP 9, Ausgabe April 2010, Seite 150

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Die Zahl der Drogentoten ist im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen, nachdem sie von 2006 bis 2008 gestiegen war. So kamen 2009 genau 1 331 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen ums Leben. Das ist ein Rückgang um acht Prozent im Vergleich zu 2008. „Diese Entwicklung bestätigt, dass Angebote zur gesundheitlichen Versorgung für Drogenabhängige notwendig sind und eine Überlebenshilfe darstellen“, erklärte die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Hilfs- und Behandlungsangebote wie die qualitätsgestützte Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Buprenorphin, Drogenkonsumräume, Spritzentausch und Kontaktläden sowie die jetzt in die Regelversorgung überführte diamorphingestützte Behandlung seien unverzichtbar.

Die Überdosis Heroin ist nach wie vor die häufigste Todesursache. Foto: dpa
Die Überdosis Heroin ist nach wie vor die häufigste Todesursache. Foto: dpa
Die häufigste Todesursache bei Drogenabhängigen ist nach wie vor eine Überdosierung von Heroin und der Mischkonsum von Heroin mit anderen Drogen. Weiter gestiegen ist im vergangenen Jahr der Anteil der Todesfälle aufgrund gesundheitlicher Langzeitschädigungen, wie Hepatitis C, Aids oder Leberzirrhose. Er betrug 2009 bereits 20 Prozent (2006: elf Prozent). Der Anteil der Suizide wird der Drogenbeauftragten zufolge auf sechs bis elf Prozent geschätzt.

Das Bundeskriminalamt meldete 2009 deutlich gestiegene Sicherstellungsmengen von Kokain und Heroin. Auch Amphetamine konnten häufiger als im Vorjahr beschlagnahmt werden. Die Sicherstellung von Cannabisprodukten sei hingegen zurückgegangen. ER
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