THEMEN DER ZEIT

Erdbeben in Chile

PP 9, Ausgabe April 2010, Seite 172

Klinkhammer, Gisela

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Wenige Wochen nach der Katastrophe von Haiti bebte die Erde erneut. Als er gehört habe, dass das Erdbeben in Chile eine Stärke von 8,8 auf der Richter-Skala gehabt hätte, sei er schon besorgt gewesen. Doch die Schäden seien noch weit schlimmer gewesen, als er dies zunächst erwartet habe, fasste der Kölner Bankkaufmann Cristian Caro-Valenzuela die Lage in seinem Geburtsland zusammen. Zunächst habe er keinerlei Informationen über seine Angehörigen erhalten können, da die Kommunikationssysteme ebenso wie die Stromversorgung völlig zusammengebrochen seien. Inzwischen habe er aber erfahren, dass seine Verwandten, die in dem durch das Erdbeben erschütterten Gebiet nördlich von Concepción und in Santiago leben, unverletzt geblieben seien. Sie hätten allerdings, wie viele andere Chilenen auch, aus Angst vor den zahlreichen Nachbeben die Nächte zunächst im Freien verbracht. Circa 800 Chilenen sind, vor allem aufgrund der Tsunamis, die mehrere Ortschaften überrollt haben, gestorben. Doch es gibt auch wieder Hoffnung: Viele medizinische Geräte seien zwar in letzter Zeit den Haitianern zur Verfügung gestellt worden, in jeder Region habe jedoch ein verfassungsmäßig verankerter Katastrophenplan dafür gesorgt, dass die medizinische Versorgung weitgehend gewährleistet sei.

„Die Soldaten sorgen nicht nur für Ordnung und Sicherheit, sondern verteilen auch Lebensmittel, Trinkwasser und andere Hilfsgüter“, sagte die chilenische Staatspräsidentin und Ärztin Michelle Bachelet. Nachdem es zu schweren Plünderungen gekommen sei, habe die Sozialistin außerdem den Ausnahmezustand und eine Ausgangssperre in den Nachtstunden für die Region um Concepción verhängt, berichtete Caro-Valenzuela dem Deutschen Ärzteblatt. Für 30 Tage werden die am meisten betroffenen Regionen von hohen Militärs verwaltet. 230 Tonnen Hilfsgüter sind auf dem Weg in die Krisenregionen. Dennoch warfen die Medien der scheidenden Präsidentin auch Langsamkeit und Schwäche vor. „Die Leute werden immer denken, dass wir mehr hätten machen können“, so Bachelet. Kli
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