ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/1997Krankenhäuser: Wunschdenken

SPEKTRUM: Leserbriefe

Krankenhäuser: Wunschdenken

Siebertz, Julius

Zu dem Beitrag "Voreiliger Bettenabbau" von Dr. Harald Clade in Heft 30/1997:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In dem Artikel wird über eine Studie berichtet, die vom Institut für Krankenhausentwicklung in Krefeld erstellt wurde. Dieses Institut ist ein Beratungsunternehmen, das Krankenhäusern seine Dienstleistung verkaufen will. Die zitierte Studie ist erkennbar "krankenhausfreundlich"; wenn sie näher an der Realität angesiedelt wäre, sähen ihre Ergebnisse sicher anders aus. So läßt die Studie bei der Berechnung des künftigen Bettenbedarfs alle Aspekte unberücksichtigt, die dieses Ergebnis negativ beeinflussen könnten. Sie geht davon aus, daß die Verweildauer der Patienten sich in den nächsten zehn Jahren nicht mehr verkürzen wird - eine angesichts ausländischer Erfahrungen und der tatsächlichen Entwicklung geradezu abstruse Annahme. Außerdem wird unterstellt, daß sich weder der medizinische Fortschritt noch eine Verbesserung ambulanter Behandlungsmöglichkeiten bedarfsmindernd auswirken werden.
Aufgrund dieser Fehleinschätzungen können die Studienergebnisse nur in die Rubrik "Wunschdenken" eingeordnet werden. Solche Ergebnisse heranzuziehen, um dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium einen "undifferenzierten und überhöhten Bettenabbau" vorzuwerfen, ist schon einigermaßen verwegen.
Dr. med. Julius Siebertz, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Fürstenwall 25, 40219 Düsseldorf
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote