ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2010Adipositas bei behinderten Kindern und Jugendlichen

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Adipositas bei behinderten Kindern und Jugendlichen

Eine therapeutisch vergessene Patientengruppe

Obesity in Disabled Children and Adolescents: An Overlooked Group of Patients

Dtsch Arztebl Int 2010; 107(15): 268-75; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0268

Reinehr, Thomas; Dobe, Michael; Winkel, Katrin; Schaefer, Anke; Hoffmann, Dieter

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Hintergrund: Ein Zusammenhang zwischen Behinderung und Adipositas wird für das Kindes- und Jugendalter diskutiert.
Methode: Eine selektive Literaturrecherche in Medline wurde mit folgenden Suchbegriffen durchgeführt: „(children OR adolescents) AND disability AND (overweight OR obesity)“. Die Recherche wurde ergänzt um vorliegende Literatur aus Adipositas-, pädiatrischen und neurologischen Fachzeitschriften.
Ergebnisse: Insgesamt 38 relevante Artikel konnten identifiziert werden. Alle Studien zeigen übereinstimmend, dass behinderte Kinder und Jugendliche verglichen mit nichtbehinderten etwa doppelt so häufig übergewichtig oder adipös sind. Effektive, nachhaltige Interventionen zur Übergewichtsreduktion sind bisher für adipöse behinderte Kinder und Jugendliche nicht publiziert worden.
Schlussfolgerung: Da behinderte Kinder und Jugendliche überproportional häufig übergewichtig und adipös sind, sollten effektive Präventions- und Interventionsstrategien zur Übergewichtsreduktion entwickelt werden, um ihre soziale Teilhabe nicht noch weiter zu gefährden. Risikofaktoren für Übergewicht bei Behinderung sollten identifiziert werden und der Gewichtsstatus bei Behinderten im Verlauf genau beobachtet werden.
LNSLNS Kinder und Jugendliche mit neuromuskulären und ZNS-Erkrankungen leiden häufiger unter Ernährungsstörungen im Sinne von Untergewicht und Malnutrition, vor allem wenn diese mit Kau- und Schluckstörungen assoziiert sind (e1e3). Diese Arbeit hat zum Ziel, zu überprüfen, ob behinderte Kinder und Jugendliche auch häufiger übergewichtig sind (1). Daher führten die Autoren eine Literaturrecherche in Medline mit folgenden Suchbegriffen durch: „children or adolescents“ und „disability“ und „overweight or obesity“. Weitere Ziele der Literaturrecherche waren, die Folgen des Übergewichts bei Kindern zu beschreiben und die Therapiemöglichkeiten darzustellen. Von den 140 Treffern in der Literaturrecherche beschäftigten sich 24 Artikel mit dem Thema (14 Reviews, 6 Prävalenzstudien, 3 Artikel zu Folgen der Adipositas bei Behinderungen und 1 Artikel zur Behandlung). Diese Recherche wurde ergänzt um vorliegende Literatur aus pädiatrischen, neurologischen und Adipositas-Fachzeitschriften (1 Review, 5 Studien zur Prävalenz, 4 zu Folgeerscheinungen der Adipositas bei Behinderten, 4 zu Behandlungsansätzen).

Verwendete Definitionen
Nach dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) gelten Menschen als behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt. Nach internationalem Konsens wird Übergewicht im Kindesalter anhand populationsbezogener Perzentilen für Alter und Geschlecht mit einem Body Mass Index (BMI) > 90. Perzentile und Adipositas mit einem BMI > 97. Perzentile definiert (e4).

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sind häufiger übergewichtig und adipös
Viele Untersuchungen in verschiedenen Ländern und Populationen zeigen übereinstimmend, dass behinderte Kinder und Jugendliche sowie chronisch kranke Kinder und Jugendliche häufiger übergewichtig und adipös sind, verglichen mit nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen (Tabelle 1 gif ppt).

Der Unterschied in der Übergewichtsprävalenz zwischen Kindern mit und ohne Entwicklungsverzögerung ist bereits ab einem Alter von drei Jahren nachweisbar („odds ratio“ [OR] 1,3; 95-%-Konfidenzintervall [CI] 1,01–1,67) für Übergewicht bei Kindern mit Entwicklungsverzögerung) und hat sich im fünften Lebensjahr noch weiter verstärkt (OR 1,8 [95-%-CI 1,23–2,54]) (e5). Dieser Trend setzt sich bis in das Erwachsenenalter weiter fort, so dass auch behinderte Erwachsene häufiger übergewichtig sind (OR je nach Erkrankung bis zu 4,3, Tabelle 2 gif ppt) (e6e9). Basierend auf den repräsentativen Daten der KIGGS-Studie und der Annahme einer fast doppelt so häufigen Übergewichts- und Adipositasrate bei behinderten Kindern, ist in Deutschland mit etwa 28 000 übergewichtigen und weiteren 20 000 adipösen behinderten Kindern und Jugendlichen zu rechnen.

Folgen der Adipositas bei behinderten Kindern und Jugendlichen
Untersuchungen bei adipösen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zeigen, dass die kardiovaskulären Risikofaktoren deutlich häufiger waren, verglichen mit normalgewichtigen Kindern mit Behinderung (2, e12). Beispielsweise haben bereits 42 Prozent der adipösen Kinder und Jugendlichen mit Spina bifida entweder eine Dyslipidämie und/oder arterielle Hypertonie (2). Für die Kinder und Jugendlichen mit Behinderung stellt Adipositas jedoch vor allem einen wesentlichen Risikofaktor für die Entwicklung und/oder Verschlechterung von Sekundärproblemen der zugrunde liegenden Behinderungen dar. Diese sind unter anderem, verursacht durch das zu hohe Gewicht, Müdigkeit und Schmerzen aufgrund der Überbeanspruchung von Gelenken und Muskeln, die zu Mobilitätseinschränkungen bis hin zur Gehunfähigkeit zum Beispiel bei Patienten mit Spina bifida oder Zerebralparese führen können (1). Ferner ist eine soziale Isolation festzustellen, die in einer Depression enden kann, die gehäuft bei adipösen Kindern mit Behinderung auftritt (3). Alle diese chronischen und sekundären Folgeerscheinungen durch Adipositas bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen können zum Verlust der gegebenenfalls bestehenden Unabhängigkeit führen und limitieren damit weiter die Möglichkeit für Bewegung, Freizeitaktivität und spätere Beschäftigung (e13). Insgesamt wird damit die Lebensqualität dieser Kinder, die durch ihre Behinderung selbst schon gegenüber Gesunden reduziert ist (4), noch weiter vermindert (1, 4).

Potenzielle Risikofaktoren für Adipositas bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen
Um eine wirksame Prävention und Therapie von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung entwickeln zu können, ist es wichtig, die Risikofaktoren für Ernährungsstörungen zu kennen. Interessanterweise zeigt eine Studie, dass die von nicht behinderten Kindern bekannten Risikofaktoren für Übergewicht wie soziale Schicht und Migrationshintergrund bei behinderten Kindern nicht entscheidend sind (e5). Im Folgenden wird auf vier relevante Bereiche für Kinder mit Behinderungen eingegangen:

• Bewegung
• Ernährung
• Wissen und Aufmerksamkeit gegenüber Adipositas
• soziale Teilhabe.

Bewegung
Physische, sensorische oder kognitive Defizite erschweren es behinderten Kindern häufig, an speziellen Sportarten oder Breitensport mit gesunden Kindern und Jugendlichen teilzunehmen. Auch können Komplikationen der Primärkrankheit dazu führen, dass Behinderte nicht aktiv Sport betreiben können. Zum Beispiel sind Schmerzen bei Kindern mit Spastik (zum Beispiel aufgrund einer Zerebralparese) oder bei Kindern mit Überbeanspruchung bestimmter Muskelgruppen (zum Beispiel Schulter bei Rollstuhlfahrern oder Gehhilfebenutzern) bekannt (1). Geringe körperliche Fitness, Gleichgewichtsstörungen und geringe Körperkoordination erschweren die aktive Teilnahme an Sportgruppen (1, e14).

Aber auch fehlende behindertengerechte Umweltbedingungen verhindern eine aktive Bewegung bei Behinderten. Hier sind beispielsweise defekte oder schmale Gehsteige oder fehlende Rampen für Rollstuhlfahrer zu nennen (5). Fehlende Möglichkeiten für Behinderte in Fitnessstudios, auf Spielplätzen und Sportanlagen sind weitere Beispiele für Bewegungsbarrieren. Auch sind Sporttrainer und zum Beispiel das Personal von Fitnessstudios meistens nicht ausgebildet, behinderte Kinder zu betreuen (1). Weitere wesentliche Barrieren für behinderte Kinder draußen zu spielen, können überbehütende Eltern, aber auch eine unsichere Nachbarschaft darstellen, in der behinderte Kinder verstärkt unfallgefährdet sind, verunglimpft werden oder sogar Gewalt ihnen gegenüber angewendet wird (6). Bewegungseinschränkung (18 %), finanzielle Aufwendungen vor allem für spezielle Ausrüstung (15 %) und fehlende Bewegungsangebote (10 %) wurden als die häufigsten Barrieren für den Zugang zu aktiver Bewegung von behinderten Kindern und Jugendlichen beschrieben (6).

Aufgrund der vielen Barrieren für Bewegung wundert es nicht, dass Kinder mit Behinderung mehr Fernsehen und Computerspiele konsumieren (1, e15, e16). Dieses Verhalten ist auch bei nichtbehinderten Kindern mit Adipositas assoziiert (e17). Ein Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Adipositas wurde insbesondere für Kinder mit infantiler Zerebralparese (e18, e19), Spina bifida (e20), geistiger Behinderung (e21), Asthma (e22) oder körperlichen Bewegungseinschränkungen (e22) nachgewiesen.

Ernährung
Spezielle Ernährungsgewohnheiten bei behinderten Kindern und Jugendlichen können das Adipositasrisiko deutlich erhöhen.

Manche Kinder mit Autismus haben zum Beispiel die Angewohnheit, nur bestimmte sehr hochkalorische Lebensmittel zu verzehren (e23). Kinder mit Prader-Willi-Syndrom, Kraniopharyngeom, Down-Syndrom oder Spina bifida haben eine Prädisposition zur Überernährung („overeating“), da die Hirnregionen, die für unsere Gewichtsregulation verantwortlich sind (Hypothalamus), geschädigt sein können (e24, e25). Manche Eltern neigen dazu, ihren behinderten Kindern vermehrt Süßigkeiten anzubieten, sei es aus vermehrtem Stress, zur Ruhigstellung des Kindes oder aus Angst, dem Kind nicht genügend Freude zu bereiten (1).

Der häufige Verzehr von Lebensmitteln als Tröster bei Traurigkeit, Langeweile oder Einsamkeit kann ebenfalls zu Übergewicht bei behinderten Kindern und Jugendlichen führen (1).

Wissen und Aufmerksamkeit gegenüber Adipositas
Das in der Regel geringe Wissen über einen gesunden Lebensstil prädisponiert Behinderte zu einem höheren Adipositasrisiko. Jugendliche mit kognitiver Behinderung wissen zum Beispiel weniger über das Gesundheitsrisiko, das mit Adipositas assoziiert ist (1, e26). Therapeuten können diese fehlende Aufmerksamkeit unterstützen, indem sie vermeiden, das Problem des Übergewichts oder einer Gewichtszunahme bei den behinderten Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien anzusprechen.

Soziale Teilhabe
Geistige und körperliche Behinderungen, Verhaltensschwierigkeiten und Lernschwierigkeiten beeinträchtigen die sozialen Kontakte von behinderten Kindern und Jugendlichen mit gleichaltrigen gesunden Altersgenossen. Die Bewegungskompetenz, die bei behinderten Kindern und Jugendlichen häufig reduziert ist, ist zudem wichtig für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft (e21, e27).

Die häufig fehlende Teilhabe von Behinderten führt oft zum Gefühl der Isolation und beinhaltet die Gefahr des übermäßigen Essens als Kompensationsmechanismus für dieses soziale Defizit.

Stevens et al. berichteten, dass Jugendliche mit Bewegungseinschränkungen Schwierigkeiten haben, Freunde zu finden, was zu einer verminderten sozialen Integration führt (e28). Kinder mit mentaler Retardierung spielen seltener mit anderen Kindern, verglichen mit gesunden Gleichaltrigen (e28). Kinder mit Zerebralparese werden häufig von den Klassenkameraden nicht akzeptiert, haben weniger soziale Kontakte und erleben eine erhöhte Rate an Hänseleien (e30, e31). Andere sozial limitierende Faktoren sind negative Vorurteile gegenüber Behinderten durch die Umwelt, aber auch ungewöhnliche Verhaltensweisen und Sprachschwierigkeiten der Behinderten selbst.

Viele jugendliche Rollstuhlfahrer sind auch dadurch von sozialen Ereignissen ausgeschlossen, dass Rampen an Häusern ihrer Freunde, Restaurants oder öffentlichen Einrichtungen fehlen. Dies alles führt zum Ausschluss von vielen Schul- und kommunalen Programmen (1).

Geringes Selbstbewusstsein, negatives Körperbild oder Selbstkonzept, erhöhter Stress und nur geringe Sozialisationsfähigkeiten sind daher häufig Folge vieler Behinderungen und führen zu emotionalen Störungen und Lernschwierigkeiten, welche wiederum die soziale Teilhabe limitieren (1).

Prävention und Intervention der Adipositas bei behinderten Kindern und Jugendlichen
Der Gesetzgeber hat im SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) festgelegt, Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen sollen bei Leistungen zur Teilhabe („Rehabilitation“) unterstützt werden, um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken.

Dabei wurden in Deutschland mit dem SGB IX wesentliche Aspekte der „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) aufgenommen. In diesem bio-psycho-sozialen Modell (Grafik gif ppt) ist es das Ziel, die Funktionsfähigkeit, insbesondere auf den Ebenen der Aktivität (Durchführung einer Aufgabe oder Handlung durch eine Person) und der Teilhabe einer Person, wiederherzustellen oder mindestens wesentlich zu verbessern.

Daher sind wichtige Aufgaben der Gesundheits- und Sozialpolitik sowie der Behinderten- und Menschenrechtspolitik:

• Abbau von Hemmnissen in der Gesellschaft und der materiellen Umwelt, die die Teilhabe erschweren oder unmöglich machen
• Ausbau von unterstützenden Faktoren und Erleichterungen, die die Teilhabe trotz erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigung wiederherstellen oder unterstützen.

Dies hat der Deutsche Ärztetag 2009 in Mainz noch einmal eindringlich unterstrichen (7).

Trotz dieser Gesetzesgrundlagen ist bisher eine Prävention oder Behandlung von Übergewicht bei Behinderung weder von Seiten der Forschung noch von Seiten der Versorgung in Angriff genommen worden, so dass adipöse behinderte oder chronisch kranke Kinder und Jugendliche eine unterversorgte Gruppe in unserem Gesundheitssystem darstellen (Kasten 1 gif ppt) (1). Dies liegt möglicherweise auch darin begründet, dass bisher eine Finanzierung dieser Maßnahmen durch die Kostenträger nicht ausreichend erfolgt.

Die Barrieren zu einer gesunden Lebenswelt für behinderte Kinder und Jugendliche werden von unserem Gesundheitssystem sogar aufrechterhalten und eine soziale Teilhabe erschwert, da eine Behinderung ein Ausschlusskriterium für die Teilnahme an einer Lifestyle-Intervention für adipöse Kinder und Jugendliche darstellt (siehe Konsensuspapier der Spitzenverbände der Krankenkassen [8]). Anderseits verhindert die Komplexität der zugrunde liegenden Erkrankungen bei adipösen Patienten mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen in der Regel auch eine Teilnahme an den bisherigen ambulanten oder stationären Behandlungsmaßnahmen. Zudem können aufgrund der Seltenheit der einzelnen Störungen, außer in spezialisierten Einrichtungen, nicht alle notwendigen Experten an einem Ort zusammengebracht werden, um die Adipositasbehandlung mit der Behandlung der chronischen Erkrankung oder Behinderung abzustimmen.

Vorteile einer frühzeitigen Behandlung
Eine Intervention bei adipösen behinderten Kindern und Jugendlichen hat wahrscheinlich viele Vorteile: Gelingt eine Reduktion des Übergewichts, können nicht nur die Folgeerscheinungen der Adipositas vermindert werden, sondern auch viele sekundäre Folgeerscheinungen bei Behinderungen verbessert werden, was sich positiv auf die Behandlung der Grunderkrankung und die Lebensqualität dieser Kinder auswirkt (Tabelle 3 gif ppt) (1).

Interventionsziele
Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sollten in die Lage versetzt werden, ihr Gewicht durch ihr Gesundheitsverhalten soweit wie möglich selbst zu bestimmen. Weitere Interventionsziele sind in Kasten 2 (gif ppt) aufgeführt.

Aufgrund der Inhomogenität der Krankheitsbilder bei behinderten Kindern sollte jedoch immer abgewogen werden, inwieweit die Adipositas in den Fokus der Behandlung gestellt werden sollte.

Dabei ist zu berücksichtigen, ob und wie eine Intervention aufgrund der Handlungseingeschränktheit der behinderten Kinder und Jugendlichen möglich ist, inwieweit die Adipositas zu einer Verschlechterung der Lebensqualität beiträgt und ob durch eine Behandlung die Lebensqualität verbessert werden kann.

Ferner sollte beachtet werden, ob tatsächlich auch ein übermäßiger Fettanteil vorliegt, da sich zum einen normalgewichtige Jugendliche teilweise bereits als übergewichtig erleben (e32) und anderseits einige Kinder mit Behinderungen eine andere Körper-zusammensetzung zeigen, so dass der sonst verwendete BMI möglicherweise den Körperfettanteil nicht entsprechend akkurat wieder gibt. Eine Studie hat beispielsweise gezeigt, dass BMI und Körperzusammensetzung – anders als bei Gesunden – bei behinderten Kindern nur bedingt miteinander korrelieren (e33).

Gestaltung der Intervention
Effektive Gesund­heits­förder­ung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung muss an ihren Fähigkeiten und Interessen ausgerichtet sein und ihre physischen, kognitiven und/oder sensorischen Beeinträchtigungen berücksichtigen.

Es existieren bisher nur geringe Kenntnisse über effektive Präventions- oder Interventionsmaßnahmen bei Übergewicht von nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen (9, e34, e35), so dass es nicht wundert, dass bisher nur sehr wenige Studien zur Prävention und Therapie von Übergewicht bei behinderten Kindern und Jugendlichen publiziert wurden (1): Eine interdisziplinäre Lifestyle-Intervention über 16 Wochen mit dem Schwerpunkt auf Bewegung und Ernährung führte zwar zur Steigerung der körperlichen Fitness bei 11- bis 18-jährigen Kindern und Jugendlichen mit Spina bifida, aber nicht zu einer Übergewichtsreduktion (e36).

Dieselben Ergebnisse fanden sich bei kurzfristigen Lifestyle-Interventionen für Kinder mit infantiler Zerebralparese (e37, e38) oder M. Down (e39). Langzeitstudien fehlen völlig bei behinderten Kindern und Jugendlichen.

Entsprechend den Erfahrungen in der Behandlung bei nichtbehinderten adipösen Kindern und Jugendlichen (8, 10, e34, e35, e40) bedarf es einer langfristigen Behandlung in einem multidisziplinären Setting unter Einbezug von Ernährungsfachkräften, Psychologen, Bewegungsfachkräften und Ärzten, die idealerweise auch auf die Behinderung des Kindes/Jugendlichen spezialisiert sind (6). Wesentlich ist dabei auch, die Eltern aktiv einzubinden, um beispielsweise Ängste gegenüber Bewegung abzubauen, „overprotecting“ zu thematisieren, familiäre Ernährungsgewohnheiten kennenzulernen und bei Essen als sozialkompensatorischer Ersatzhandlung Alternativen aufzeigen zu können (6, e41, e42). Wie in der Behandlung nichtbehinderter adipöser Kinder, sollten keine rigiden und restriktiven Diätpläne verwendet werden, sondern fett- und zuckerarme Alternativen entsprechend der optimierten Mischkost zusammen mit den Eltern und Betreuern erarbeitet werden (8, 10, e34, e35, e40). Die Intervention sollte idealerweise den Kindern Freude bereiten. Hier bietet sich vor allem die Bewegungstherapie an. Bewegung fördert auch bei behinderten Kindern und Jugendlichen Muskelkraft und körperliche Fitness (e43), vermindert stereotype Bewegungsmuster (e44) und lindert damit Schmerzen und Ermüdbarkeit (e15, e45). Bewegung fördert Freundschaften, Kreativität, Integration, soziale Akzeptanz, Selbstwertgefühl und letztendlich damit die Lebensqualität (6, e43). Zudem verhindern zunehmende Muskelkraft und körperliche Fitness auch Verletzungen, Osteoporose und Knochenbrüche und vermindern die Abhängigkeit von anderen (6, e15).

Einfache Maßnahmen zur Prävention und Therapie der Adipositas
Die bisher häufig nicht befriedigenden Therapieerfolge bei nichtbehinderten adipösen Kindern und Jugendlichen (9) lassen erwarten, dass eine effektive Therapie bei behinderten adipösen Kindern und Jugendlichen nicht einfach zu erreichen sein wird. Dies sollte Therapeuten jedoch nicht davon abhalten, das Problem des Übergewichts bei behinderten Kindern und Jugendlichen anzugehen. Einfache Maßnahmen, die alle Ärzte, welche behinderte Kinder und Jugendliche betreuen, durchführen können, sind in Kasten 3 (gif ppt) zusammengefasst.

Wenn diese Maßnahmen nicht greifen, ist eine Behandlung in Einrichtungen, die sowohl auf die Adipositastherapie als auch auf die Komplexität der jeweiligen Behinderungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert sind, notwendig. Solche spezialisierten Einrichtungen erscheinen jedoch ohne spezielle Unterstützung der Kostenträger nicht realisierbar.

Interessenkonflikt
Thomas Reinher erhielt Förderung durch das Bundesinstitut für Forschung (BMBF) im Rahmen des Kompetenznetzwerkes Adipositas im Verbund LARGE (grant Nr 01 GI0839). Michael Dobe, Katrin Winke, Anke Schaefe und Dieter Hoffmann erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 15. 6. 2009, revidierte Fassung angenommen: 24. 8. 2009


Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Thomas Reinehr
Institut für Pädiatrische Ernährungsmedizin
Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Universität Witten/Herdecke
Dr.-F.-Steiner-Straße 5, 5711 Datteln
E-Mail: T.Reinehr@kinderklinik-datteln.de

SUMMARY
Obesity in Disabled Children and Adolescents: An Overlooked Group of Patients
Background: There is an ongoing debate concerning the relationship between disability and obesity in childhood and adolescence.
Methods: The literature available in Medline was selectively searched for the terms: “(children /OR/ adolescents) /AND/ disability /AND/ (overweight /OR/ obesity)”. This search was y complemented by inspection of journals in the fields of obesity, pediatrics, and neurology.
Results: A total of 38 relevant articles were identified. All studies agreed that the prevalence of overweight and obesity in children with disabilities was almost twice that in their non-disabled peers. No effective, long-lasting interventions for obesity in disabled children and adolescents have been published.
Conclusion: Since a high proportion of disabled children and adolescents are overweight or obese, effective strategies for preventing and managing excess weight need to be developed so as not to further endanger their social participation. Moreover, risk factors for overweight in disabled children and adolescents should be identified and their weight status carefully monitored.

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2010; 107(15): 268–75
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0268

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1510
The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
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