ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2010Randnotiz: Immer feste drauf
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LNSLNS Das wirkliche Leben ist manchmal krasser, als jede politische Satire sich auszudenken vermag: Da kommt eine von beiden Partnern herbeigesehnte liberal-konservative Koalition ans Regieren – nach langen Jahren gefühlten Stillstands unter einer Großen Koalition politischer Gegner. Pläne für die Zukunft werden geschmiedet, es gibt einen Vertrag, in dem all das, was man in den nächsten Jahren erreichen will, festgeschrieben wird. Ein Arzt – anscheinend jung und unverbraucht – übernimmt das Amt des Ge­sund­heits­mi­nis­ters. Er macht sich daran, mit einigen, manchmal – ob seiner politischen Herkunft – eher unerwarteten Ideen grundlegende Reformen anzugehen.

Aber noch ehe die Oppositionsparteien tief genug Luft geholt haben, um diese Pläne zu kritisieren, haut der Koalitionspartner in Form einer landsmannschaftlichen Teilmenge dem Minister bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Beine weg. Die CSU musste den Verlust ihrer absoluten Mehrheit in Bayern verkraften und fürchtet den Abstieg in die bundespolitische Bedeutungslosigkeit. Also heißt die Devise: Draufhauen, was das Zeug hält, damit man außerhalb Bayerns überhaupt noch wahrgenommen wird; so fasst der bayerische Wähler auch wieder Vertrauen und beschert der Partei satte Mehrheiten.

Vielleicht kann sich die CDU für den Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen da noch etwas abgucken. Der NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter hat dies bereits vorexerziert, ein wenig beim Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter herumgepoltert und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einen Kampf bis aufs Messer angekündigt. Aber allein mit platten Sprüchen kriegt man keine Ärzte aufs platte Land.
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