ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2010Deutsche Einheit: Eigene Erfahrungen
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Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel über die Wendezeit gelesen. Eine Angabe von Manfred Richter-Reichhelm muss ich hier richtigstellen:

Er schreibt, dass am 9. November 1989 der KV-Vorstand getagt hätte und er erst am nächsten Tag feiern konnte. Dies ist falsch. Vorstandssitzungen waren immer mittwochs. Donnerstags waren VV-Vorbesprechungen. Dies war Tradition, damals und auch später (ich war selbst in den Jahren 1997 bis 2001 im KV-Vorstand). Der 9. November 1989 war ein Donnerstag. Ich hatte ärztlichen Bereitschaftsdienst und habe die Vorgänge permanent im Radio verfolgt. Auch die berühmte Pressekonferenz. Um 20.30 Uhr begann die Ver­tre­ter­ver­samm­lung in der KV. Ein Thema waren die Auswirkungen des (ersten) EBM 87. Ich hatte noch nachgefragt, wo geplante EBM-Änderungen gelten sollten: in (Gesamt)Berlin oder im bisherigen Geltungsbereich des EBM. Richter-Reichhelm hatte wie viele andere die tiefere Bedeutung dieser Bemerkung nicht verstanden.

Nach der VV ging ich mit dem Kollegen Winfried Wiederholt zum Brandenburger Tor und dort auf die Mauer. Ahnend, was kommen würde, fassten wir den Entschluss, eine Interessenvertretung für niederlassungswillige Kollegen aus dem Osten zu gründen. Noch 1989 (!) wurde die M.U.T. als gGmbH gegründet. Wir haben niederlassungswillige Kollegen unterstützt und noch vor der KV, KBV . . . und den Kammern Strukturen unterstützt . . . Später (1990) übernahm die ÄK Berlin 95 Prozent der Anteile von M.U.T. (fünf Prozent sind weiter bei mir). Inzwischen ist das Unternehmen eine anerkannte Institution für Beschäftigung und Qualifizierung.

Auch der BDA hat von den Kontakten der M.U.T. profitiert. So kam es nicht nur in Berlin zu einem schnellen Mitgliederzuwachs, es führte auch zu einem gemeinsamen Verband Berlin/Brandenburg. Dies war das Verdienst von Rita Kielhorn.

Dies nur als kleiner, ausschnittsweiser Beitrag meinerseits zu den damaligen Vorgängen.
Dr. Wolfgang Kreischer, 14169 Berlin
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