ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2010Proktologie: ,Anal‘yse
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Den Autoren gebührt Lob und Dank darauf hinzuweisen, dass nicht alles was am Anus „juckt, brennt, nässt oder blutet“ Hämorrhoiden sind. Viel zu leichtfertig bedienen sich Betroffene aus dem reichhaltigen Angebot diverser Hämorrhoidal-Salben und -Suppositorien, da falsche Scham die Patienten daran hindert, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Leider ist zu bemerken, dass sich diese Tabuisierung nicht selten auf ärztlicher Seite fortsetzt: Knoten, Schmerz, Blutung oder Pruritus werden zum Teil ohne Untersuchung auf die Diagnose Hämorrhoiden reduziert. Dabei ließe sich mit der geforderten, sorgfältigen proktologischen Untersuchung zum Beispiel die (nicht im Artikel erwähnte) oft verkannte Perianalvenenthrombose rasch von den anderen erwähnten Enddarmerkrankungen differenzieren und sich damit häufig sinnlose Medikamentenverordnungen vermeiden.

,Anal‘yse und Fazit:
1. Proktologische Beschwerden werden nicht immer durch Hämorrhoiden verursacht.
2. Proktologika wirken meist symptomatisch und ersetzen keine adäquate proktologische Untersuchung mit anschließender kausaler Therapie der Enddarmerkrankung.

Priv.-Doz. Dr. med. Rüdiger Proßt,
Proktologisches Institut Stuttgart, 70182 Stuttgart

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