ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2010Gernot Kiefer: Karrieresprung für den „Ärztejäger“

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Gernot Kiefer: Karrieresprung für den „Ärztejäger“

Dtsch Arztebl 2010; 107(15): A-715 / B-621 / C-613

Flintrop, Jens

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Gernot Kiefer. Foto: GKV-Spitzenverband
Gernot Kiefer. Foto: GKV-Spitzenverband
Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Leiter einer Arbeitsgruppe, die für die Spitzenverbände der Krankenkassen Abrechnungsmanipulationen in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) aufspüren soll, unter Kassenärzten nicht beliebt ist. Gernot Kiefer jedenfalls, der die „Task-Force“ seit ihrer Gründung 1997 bis zur Auflösung 2008 leitete, handelte sich schnell den Spitznamen „Ärztejäger“ ein. Immer wieder behauptete der stellvertretende Vorsitzende des IKK-Bundesverbandes, jede fünfte Arztrechnung in Deutschland sei fehlerhaft. Dadurch entstehe den Kassen ein Schaden von jährlich einer Milliarde Euro. Mit Fakten belegen konnte er dies freilich nicht. Im August 2002 erstattete die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg deshalb Strafanzeige gegen ihn wegen Beleidigung und übler Nachrede. Ein Ermittlungsverfahren wurde jedoch nicht eröffnet.

Der Karriere geschadet haben die Auseinandersetzungen mit den Kassenärzten nicht. Im Gegenteil: Seit dem 1. April bildet Kiefer (53) mit Doris Pfeiffer und Johann-Magnus von Stackelberg die Führungsspitze des GKV-Spitzenverbandes. Bereits im Herbst 2007 hatte dessen Verwaltungsrat Kiefer mit Wirkung zum 1. April 2010 für die dritte Vorstandsposition gewählt. Er folgt damit K.-Dieter Voß, der dieses Amt seit 1. Oktober 2007 ausfüllte. Die Teilung der Amtszeit zwischen Kiefer und Voß ist eine Vereinbarung, die in der Errichtungsphase des GKV-Spitzenverbandes im Jahr 2007 von der Selbstverwaltung getroffen wurde. Jens Flintrop
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