ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010Schwangere: Beratungsbedarf zum Thema Alkohol

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Schwangere: Beratungsbedarf zum Thema Alkohol

Dtsch Arztebl 2010; 107(16): A-733 / B-641 / C-629

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Auf breite Information setzt die Stiftung für das behinderte Kind, um über die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufzuklären. Nachdem sie Anfang April gemeinsam mit einem Spirituosenhersteller die Kampagne „Mein Kind will keinen Alkohol“ vorstellte, hat sie nun mit dem Deutschen Brauer-Bund die Aktion „0,0 Promille in der Schwangerschaft“ gestartet. Die Schirmherrschaft übernahm Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Kristina Schröder.

Auch das Glas Wein am Abend ist in der Schwangerschaft nicht ohne Risiko. Foto: picture alliance
Auch das Glas Wein am Abend ist in der Schwangerschaft nicht ohne Risiko. Foto: picture alliance
Die Aktion richtet sich an Schwangere und Gynäkologen. Es sei besonders effizient, wenn Letztere alle Schwangeren zum Thema „Alkohol in der Schwangerschaft“ beraten würden, erklärte Prof. Dr. med. Joachim Dudenhausen, Vorsitzender der Stiftung für das behinderte Kind. Problematisch sei in der Schwangerschaft nicht nur der starke Alkoholkonsum von abhängigen Müttern, sondern auch das gesellschaftsfähige Glas Rotwein am Abend, betonte er. Dies sei jedoch zu wenig bekannt. „Da wir bisher nicht wissen, an welchem Tag der Schwangerschaft wie viel Alkohol wie gefährlich ist, ist es nur sicher, ganz auf Alkohol zu verzichten“, erläuterte Dudenhausen.

In Deutschland werden jährlich etwa 3 000 Kinder mit dem „fetalen Alkoholsyndrom“ geboren, der häufigsten angeborenen und vermeidbaren Behinderung. „Die Kinder haben neben äußerlichen Schädigungen im Gesicht ein kleineres Gehirn, einen geringeren Kopfumfang und leiden oft an Kommunikations- und Lernschwierigkeiten“, sagte Dudenhausen. Später hätten die Betroffenen oftmals Schwierigkeiten in der Schule und erlangten überdurchschnittlich häufig keinen Schulabschluss. ER
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