ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010Notfallbehandlung: Antiquiert gedacht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Der Artikel von Gries et al. scheint die erfolgreiche Existenz und Koexistenz von interdisziplinären Notaufnahmen im Ausland zu ignorieren. Dem einzigen Verweis auf diese wird mit dem Argument der differierenden Systeme begegnet. Als in Australien tätiger Emergency Registrar kann ich nur mit Unverständnis reagieren. Gries et al. argumentieren, dass die Notfallbehandlung von Patienten auf Facharztniveau zu erfolgen habe und dass Aufnahmekriterien fachspezifisch seien. Meine Empfehlung wäre, sich australische Notaufnahmen anzusehen. Diese Entscheidungen werden dort kollegial von Emergency Physicians und Fachkollegen getroffen. Das Argument der Zeitverzögerung in der Versorgung zeitkritischer Emergencies wie Herzinfarkte hält nicht stand, wenn man sich „Door to needle“ Zeitstatistiken anschaut.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass Fachgesellschaften ihr antiquiert anmutendes protektionistisches Benehmen aufgeben und sich der Zukunft öffnen.
Dr. Andreas Rauch, Emergency Registrar, Sydney, Australien
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote