ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010Notfallbehandlung: Generalisten unentbehrlich
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. . . Interdisziplinäres Arbeiten in einer Notaufnahme bedeutet nicht nur den kollegialen Austausch untereinander, sondern auch die Bereitschaft, über das eigene „Weiterbildungsfach“ hinaus sich Patienten anderer Fachrichtung anzunehmen. Und gerade hier ist der Notfallmediziner gefragt, und das räumen ja die Autoren auch ein, wenn sie den Leiter von Notaufnahmen gerade dann zur Verantwortung ziehen, wenn es um nicht eindeutig einer Fachabteilung zuzuordnenden Erkrankung geht. Eben diese Patienten sind von allen Notfallpatienten am meisten gefährdet, da jede Fachdisziplin nur in ihrer eigenen spezifischen „Hülse“ denkt. Schon allein aus diesem Grund sind fachübergreifend denkende Notfallmediziner als Generalisten in Notaufnahmen unentbehrlich.

Es ist nur allzu verständlich, dass sich die großen Fachgesellschaften zusammengetan haben, um gemeinsam ihre berufspolitische Macht zu demonstrieren. Dennoch lässt sich der allgemeine Trend zum breit ausgebildeten Notfallmediziner nicht mehr aufhalten.

Die jetzigen Leiter von deutschen interdisziplinären Notaufnahmen und deren ärztliche Mitarbeiter sind Pioniere, die mit viel Herzblut die Arbeit koordinieren, die bisher nur jungen Weiterbildungsassistenten überlassen worden ist. Kontinuierliche fachärztliche Präsenz der großen Fächer hat es – und da sind wir doch mal ehrlich – bisher wohl kaum in den herkömmlichen Notaufnahmen gegeben.
Dr. med. Katja Scholtes, Chefärztin Zentrale Notaufnahme, Klinikum Hanau GmbH, 63450 Hanau
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