ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010Traumatherapie: Rundum gelungen

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Traumatherapie: Rundum gelungen

Dtsch Arztebl 2010; 107(16): A-763 / B-668 / C-656

Schaletzky, Rena

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LNSLNS Trifft man in der täglichen Arbeit auf komplex und schwer traumatisierte Patienten, stellt sich bei der Konfrontation mit diesen Schicksalsschlägen oft große Betroffenheit ein. Begibt man sich dann auf die Suche nach einem Traumatherapeuten, überrascht der Mangel an spezialisierten Kräften, selbst in sonst gut versorgten Gebieten. Hier besteht offensichtlich ein großer Bedarf an neutraler und wissenschaftlich fundierter Information, die in dem nunmehr in der dritten Auflage vorgelegtem Buch beispielhaft anschaulich zu finden ist – eine umfassende Darstellung des komplexen Themas, immer wieder ergänzt durch viele hilfreiche Praxistipps.

Nach der Einführung in die spannende, aber auch methodenkritische Besprechung der boomenden Bildgebungsforschung folgt die sehr differenzierte fruchtbare Diskussion zu Resilienz und posttraumatischer Reifung. Der ausführliche schulenübergreifende Therapieteil, immer unter Bezug auf die empirische Evidenz, wird jedem Therapeuten eine große Hilfe im Umgang mit seinen Patienten sein, bei dem auch die Therapeutenselbstfürsorge nicht zu kurz kommt. Ein Kapitel ist der wichtigen diagnostischen Abgrenzung zur komplizierten Trauer gewidmet. Aber auch die Teilaspekte Kinder und Jugendliche, ältere Menschen und Militärangehörige werden dezidiert in ihren Besonderheiten besprochen. Für den Somatiker sicherlich interessant ist das Kapitel zum bislang auch in Studien wenig untersuchten Zusammenhang zwischen medizinischen Eingriffen und PTSD.

Ein rundum gelungenes Werk, das unbedingt zu empfehlen ist. Rena Schaletzky

Andreas Maercker (Hrsg.): Posttraumatische Belastungsstörungen. 3. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, 522 Seiten, gebunden, 59,95 Euro
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