ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010Andrea Schannath: Lösungen, nicht Ergebnisse suchen

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Andrea Schannath: Lösungen, nicht Ergebnisse suchen

Dtsch Arztebl 2010; 107(16): A-765 / B-669 / C-657

Rieser, Sabine

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Andrea SchannathFoto: NAV-Virchow-Bund
Andrea Schannath
Foto: NAV-Virchow-Bund
„Man kann sich gar nicht mehr mit dir streiten“, hat die Tochter hinterher halb scherzhaft, halb ernsthaft zu Andrea Schannath (49) gesagt. Hinterher heißt: nachdem die Justiziarin des NAV-Virchow-Bundes ihre Ausbildung zur Mediatorin abgeschlossen hatte. Mediation bedeutet Vermittlung in Konflikten. Mediatoren agieren als neutrale Gesprächsleiter und bemühen sich, Konfliktbeteiligte auf der Suche nach einer Lösung zu unterstützen.

„In Deutschland ist das Verfahren bekannt in Familienangelegenheiten, aber nicht darüber hinaus“, sagt Schannath. Dabei weiß sie aus der Verbandsarbeit, dass es auch zwischen Partnern in Gemeinschaftspraxen oder dem Arzt und der Fachangestellten größere Konflikte geben kann. Hier kann sie nun Unterstützung anbieten.

Schannath fand vorher nicht, es fehle ihr ein Baustein an Wissen oder Können. Aber während der Ausbildung stellte die gebürtige Bayerin fest, dass sie, wie viele Juristen, nicht viel über Kommunikationstechniken oder Konfliktlösungen jenseits des Gerichts gelernt hatte. Dabei seien solche Kenntnisse auch im Umgang mit Kollegen nützlich, so Schannath.

„Es war ein interessantes Üben“, sagt sie rückblickend. „Am Anfang ist es mir schwergefallen, eine Lösung und nicht ein Ergebnis zu suchen, wozu Juristen einen Hang haben.“ Doch diesen Hang überwand sie in insgesamt 200 Ausbildungsstunden, ebenso ihren Widerstand gegen Rollenspiele.

Die ersten Mediationen hat sie nun absolviert – und andere neugierig gemacht. Die Justiziarin einer Ärztekammer denkt über dieselbe Ausbildung nach. Sabine Rieser
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