ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2010; 107(16): A-768

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LNSLNS Sinnliches italofrankophiles Cinema und eine spannende deutsche Doku – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

DRAMA
Ab 22. April:
Young Victoria
Vielleicht hat Martin Scorsese der Erfolg von „Die Queen“ motiviert, zusammen mit Graham King („The Departed“) einen Film über die Jugendjahre der britischen Königin Victoria zu produzieren. Vielleicht war es auch die Überzeugungskraft von Sarah Ferguson, Herzogin von York, die 15 Jahre lang für das Projekt kämpfte. Das Ergebnis jedenfalls ist eine romantische Liebesgeschichte im Kreis der Royals, die aufgrund der guten Besetzung – Emily Blunt als Victoria und Rupert Friend als Prinz Albert – und der prachtvollen historischen Optik (Oscar 2010 für die Kostüme) zahlreiche Fans haben dürfte.
USA/Großbritannien 2009, 105 Min.

Ab 29. April:
Baarìa
Für Italienliebhaber ein opulenter Bildgenuss: „Baarià“, der Eröffnungsfilm des letztjährigen Filmfestivals von Venedig. In seiner Ode an die Stadt Bagheria (sizilianischer Dialektname: Baarìa) zeichnet Giuseppe Tornatore („Cinema Paradieso“) über drei Generationen die Familienchronik des Schafhirten Ciccio nach. Dessen Sohn Peppino (Bild: Francesco Scianna mit seiner Filmfamilie) schließt sich nach dem Ende Mussolinis den Kommunisten an. Über 50 Jahre des vorigen Jahrhunderts erstreckt sich das autobiografisch gefärbte Sittengemälde, das Tonnatore von seiner sizilianischen Heimat entwirft. Dabei schwelgt er in sinnlich-poetischen Bildern der Landschaft und Architektur, streift aber leider die politischen Ereignisse und Umwälzungen, die in dieser Zeit stattfinden, nur sehr oberflächlich.
Frankreich/Italien 2009, 150 Min. (FSK: 6)
Foto: Tobis
Foto: Tobis

KOMÖDIE
Ab 6. Mai:
Die Eleganz der Madame Michel
Der Bestseller „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery kommt jetzt als zuweilen komische, zuweilen bitterböse Geschichte zweier Außenseiter ins Kino: Renée (Josiane Balasko), Concierge eines herrschaftlichen Stadthauses in Paris, und Paloma (Garance Le Guillermic), altkluge Tochter bourgeoiser Eltern, die dort lebt. Die Elfjährige hat vor, sich an ihrem zwölften Geburtstag umzubringen. Auch die kleine, dicke, unattraktive Renée, die sehr gebildet ist und viel liest, erwartet nichts mehr vom Leben. Da zieht ein neuer Mieter ein, der Japaner Kakuro – und mit ihm verändert sich plötzlich alles.
Frankreich/Italien 2009, 100 Min.

Ab 6. Mai:
Federicos Kirschen
Ein beschauliches Tal in Nordspanien wird von einem gigantischen Kraftwerk beherrscht. Hier lebt Federico (Celso Bugallo), der fest an das Kyoto-Protokoll glaubt und seit 30 Jahren mit den aberwitzigsten Methoden gegen die Dreckschleuder zu Felde zieht, die sein Tal vergiftet, aber auch -Arbeitsplätze bietet. Nach einer Panne an seinem Wohnmobil stolpert der schottische Tourist Ferguson in die konfliktbeladene Situation. Die Umweltkomödie entstand unter Mitwirkung von Greenpeace.
Spanien 2008, 96 Min.

DOKUMENTATION
Ab 6. Mai:
David wants to fly
Zufällig stieß Jungfilmer David Sieveking auf sein Thema: Ein Vortrag vom Filmemacher David Lynch über transzendentale Meditation (TM) führte ihn zur Ikone des Hippie-Mystizismus Maharishi Mahesh Yogi und dessen Gemeinde, der Lynch angehört. Sieveking begibt sich auf den Weg eines TM-Schülers, schildert seine Erlebnisse und die Abgründe, die sich vor ihm auftun. Er dringt in die TM-Zentrale vor. Immer stärker werden seine Zweifel, er geht der Frage nach, ob TM nicht doch eine Sekte ist. Der Blick hinter die Kulissen der fragwürdigen Organisation, der viele Promis angehören, macht die Doku -interessant – auch wenn die filmische Umsetzung nicht durchweg gelungen ist.
Deutschland u. a. 2009, 96 Min.
Sabine Schuchart


DVD-Tipp: Angst und Medizin
Foto: Evolution Entertainment
Foto: Evolution Entertainment
Angst kann anspornen, aber auch lähmen. Sie ist wichtig für unser Überleben, aber auch Ursache vielfältiger Gesundheitsstörungen wie Angstneurosen oder Depressionen. Etwa zehn Prozent der westlichen Bevölkerung sind zumindest einmal im Leben betroffen. Der Film aus der DVD-Reihe der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) erklärt, was im Gehirn passiert, wenn wir unter Angst leiden. Was haben Stress und Angst gemeinsam? Welche Therapien sind angezeigt, wenn unsere Ängste uns krank machen? Diese Fragen werden anhand konkreter Fälle untersucht – Menschen wie der Sanitätsfahrer oder der Personalchef, die aufgrund von Traumata oder Panikattacken ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können.

NZZ-Format: „Wenn Angst krank macht“, 72 Min., Erscheinungstermin: 30. April 2010; circa 23 Euro;
Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel
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