ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2010RFID – Radio frequency Identification: Smarte Lösungen mit Mehrwert

TECHNIK

RFID – Radio frequency Identification: Smarte Lösungen mit Mehrwert

Dtsch Arztebl 2010; 107(16): A-770 / B-672 / C-660

Löw, Andreas

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LNSLNS Mit der drahtlosen Funktechnologie lassen sich nicht nur viele Prozesse im Gesundheitswesen optimieren, auch die Patientensicherheit kann erhöht werden.

Von der Überwachung verschiedener Geräte über die Automatisierung in der Labordiagnostik bis hin zur Identifikation von Patienten und medizinischem Personal erhöht die RFID-Technologie die Behandlungssicherheit um ein Vielfaches. Fotos: Feig-Elecronic GmbH
Von der Überwachung verschiedener Geräte über die Automatisierung in der Labordiagnostik bis hin zur Identifikation von Patienten und medizinischem Personal erhöht die RFID-Technologie die Behandlungssicherheit um ein Vielfaches. Fotos: Feig-Elecronic GmbH
Bei einer Vielzahl von Anwendungen im medizinischen und labortechnischen Bereich kann die RFID-Technologie dazu verwendet werden, Prozesse zu beschleunigen und für den Benutzer transparenter zu gestalten. Mittels Funkchips können Abläufe automatisiert und überwacht werden, ohne dass die Prozesse für den Anwender merklich verändert würden. Dies sorgt für eine umgewöhnungsfreie Integration in bestehende Handlungsabläufe. Behandlungsfehler lassen sich verhindern, und die Sicherheit für Nutzer medizinischer Therapie- sowie Diagnosegeräte kann deutlich erhöht werden. Damit liefert die RFID-Technologie einen großen Mehrwert für das gesamte Gesundheitswesen.

Ein Beispiel für eine Anwendung im Bereich der Medizingeräte ist die Identifizierung von angeschlosse-nen Zubehörteilen wie Beatmungsschläuchen, Lasern oder Sonden. Zusätzlich zur Kontrolle, ob ein Zubehör an der richtigen Stelle angeschlossen ist, kann überprüft werden, ob und wann das Zubehör gewechselt werden muss. Gründe für einen Wechsel können anstehende Reinigungen oder eine nicht vorgesehene Mehrfachverwendung sein. Zudem kann die Verwendung von Originalzubehörteilen überwacht werden, was den Sicherheits- und Qualitätsaspekt einer Behandlung erhöht. Die geforderte Rückverfolgbarkeit der medizinischen Produkte wird erheblich vereinfacht.

In der Labordiagnostik wird die RFID-Technologie für die Identifikation von Proben und Reagenzien eingesetzt. Dadurch ist eine sichere und zuverlässige Erkennung gewährleistet. Der Status der Proben und Reagenzien kann kontinuierlich überwacht werden. Im Gegensatz zu den bisher verwendeten Ident-Technologien wie 1-D- und 2-D-Barcodes können die Objekte unabhängig von deren Ausrichtung und ohne optische Verfahren identifiziert werden.

Aufgrund des eingeschränkten Lesebereichs und des rein elektromagnetischen Feldes kommt es bei der Hochfrequenz im Unterschied zu anderen Frequenzen zu keinen störenden Reflexionen oder Überreichweiten.
Aufgrund des eingeschränkten Lesebereichs und des rein elektromagnetischen Feldes kommt es bei der Hochfrequenz im Unterschied zu anderen Frequenzen zu keinen störenden Reflexionen oder Überreichweiten.
Ein weiterer Einsatzbereich ist die Identifizierung von Instrumenten und anderen Materialien. Hier lassen sich beispielsweise Sterilisationsvorgänge automatisch dokumentieren. Im Vergleich zur fehleranfälligen Erfassung per Hand kann somit die Einhaltung von Hygienevorschriften nachhaltig überprüfbar gemacht werden. Track- und Tracing-Systeme mit RFID-Unterstützung können innerhalb eines Operationssaals die Wege der bereitgestellten Instrumente und Materialien wie Tupfer und Tücher verfolgen. Damit erhöht sich während eines Eingriffs die Patientensicherheit.

Die grundlegenden Anforderungen für RFID-Komponenten liegen in der Medizintechnik in einer möglichst einfachen Integration in bestehende Systeme und einem störungsfreien Betrieb. Dazu müssen sämtliche Bestandteile eines RFID-Systems möglichst klein und kompakt sein, damit sie sich jeder Umgebung anpassen können. Damit die eigentliche Funktion von Therapie- und Dia-gnosegeräten sowie lebenserhaltenden Apparaten nicht beeinflusst oder gestört wird, müssen die Komponenten nach entsprechenden Richtlinien und Normen der EMV wie der EN 60601 für medizinische Geräte oder der EN 61326 für Laborgeräte zugelassen sein. Hierfür sind verschiedene RFID-Schreib-/Lesegeräte erhältlich, die auf die Anforderungen in der Medizintechnik abgestimmt wurden. Die Lesereichweite dieser Geräte bewegt sich im Bereich von vier bis 15 cm. Unterstützt werden dabei handelsübliche, nach ISO 15693 normierte Transponder mit einer Betriebsfrequenz von 13,56 MHz.

Für den Einsatz der Hochfrequenz(HF)-Technologie (13,56 MHz) im Gesundheitswesen spricht die langjährige erfolgreiche Nutzung in vielen Anwendungsbereichen. Befürwortet wird die Frequenz unter anderem vom „Health Industry Business Communications Council“. Diese Organisation hat den erst kürzlich eingeführten Standard ANSI/HIBC 4.0 entwickelt, der speziell auf die Bedürfnisse im medizinischen Umfeld ausgelegt ist.
Andreas Löw
E-Mail: andreas.loew@feig.de
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