ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2010Auf bekanntes Materlal zurückgreifen
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LNSLNS Sehr richtig formulieren die Autoren, dass „Die Sicherung des Atemwegs [...] besondere Kenntnisse und manuelle Fähigkeiten“ erfordere. Nicht nachvollziehbar ist die Behauptung, dass „die orotracheale Intubation [...] in der Notfallsituation zu bevorzugen“ sei. Es geht doch nicht primär um die Intubation, sondern um die Oxygenierung.

Ein schwieriger Atemweg im Kindesalter oder eine unmögliche Maskenbeatmung sind fast ausnahmslos auf Fehler bei Kopf- oder Maskenhaltung oder Lagerung zurückzuführen. Führen Lagerung, Esmarch-Handgriff, Kinn-Anheben und Güdeltuben nicht zum Erfolg, muss die Narkose umgehend vertieft und ein alternativer Atemweg gewählt werden. Die Larynxmaske ist aufgrund der umfangreichen Erfahrung, die viele Ärzte damit haben, bei Kindern dem Larynxtubus überlegen.

Die meisten Notärzte sind keine Pädiater und an gekrümmte McIntosh-Spatel gewöhnt. Im Hinblick auf die Fehlervermeidung sollte gerade in Stress- und Notfallsituationen stets auf bekanntes Material zurückgegriffen werden. Wird mit dem Miller-Spatel die Epiglottis nicht aufgeladen, ist eine Intubation unmöglich.

Der Ringknorpel (nicht „unterhalb des Ringknorpels“) ist die physiologische Engstelle des kindlichen Atemweges und muss atraumatisch passiert werden. Schäden entstehen in der Praxis fast ausnahmslos durch zu große gewählte Tuben. Wenn schon intubiert werden soll, muss ein kleiner, dafür aber gecuffter Tubus als Goldstandard angesehen werden. Der Atemwegswiderstand spielt bei einer Beatmung keine Rolle. Und warum eigentlich sollte ein zu kleiner Tubus zur Überblähung der Lunge führen?

Die Intubation von Kindern erfordert schon unter Routinebedingungen außerordentlich viel Erfahrung und ein regelmäßiges Training. Die Sicherung des kindlichen Atemweges ist für viele Notärzte eine große Herausforderung. Die in der Klinik als Gold-Standard der Atemwegssicherung etablierte endotracheale Intubation kann präklinisch kaum eingehalten werden. Hier muss auf supraglottische Atemwege ausgewichen werden. Eine Intubation setzt die perfekte Beherrschung dieser Maßnahme voraus.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0304a

Prof. Dr. med. Jochen Strauß
Dr. med. Karin Becke
Wissenschaftlicher Arbeitskreis Kinderanästhesie der DGAI
HELIOS-Klinikum Berlin Buch
Klinik für Anästhesie, Perioperative Medizin und Schmerztherapie
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
jochen.strauss@helios-kliniken.de
1.
Hoehne C, Haack M, Machotta A, Kaisers U: Atemwegsmanagement in der Kinderanästhesie, Anaesthesist 2006; 55: 809–20.
2.
Holzki J: Laryngeal damage from tracheal intubation. Paediatric Anaesthesia 1997; 7: 435–7. MEDLINE
3.
Müller-Lobeck L, Birnbaum J, Spies C: Kindernotfälle – Allgemeine Behandlungsstrategien, Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2009; (44) 6: 422–7. MEDLINE
4.
Meyburg J, Bernhard M, Hoffmann GF, Motsch J: Principles of pedi-atric emergency care. [Grundlagen für die Behandlung von Notfällen im Kindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 739–48. VOLLTEXT
1. Hoehne C, Haack M, Machotta A, Kaisers U: Atemwegsmanagement in der Kinderanästhesie, Anaesthesist 2006; 55: 809–20.
2. Holzki J: Laryngeal damage from tracheal intubation. Paediatric Anaesthesia 1997; 7: 435–7. MEDLINE
3. Müller-Lobeck L, Birnbaum J, Spies C: Kindernotfälle – Allgemeine Behandlungsstrategien, Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2009; (44) 6: 422–7. MEDLINE
4. Meyburg J, Bernhard M, Hoffmann GF, Motsch J: Principles of pedi-atric emergency care. [Grundlagen für die Behandlung von Notfällen im Kindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 739–48. VOLLTEXT

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