ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2010Randnotiz: Zu wenig Innovationen

AKTUELL

Randnotiz: Zu wenig Innovationen

Dtsch Arztebl 2010; 107(17): A-787 / B-687 / C-675

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS „Wir wünschen uns eine Innovationswelle, aber wir können sie nicht erkennen.“ So hat Robert Schäfer am Rande der diesjährigen Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie die Diskussion darüber kommentiert, ob innovative onkologische Arzneimittel unser Gesundheitswesen möglicherweise ruinieren könnten. Mit Sorge verfolgt der ehemalige Geschäftsführer des europaweit tätigen Selbsthilfenetzwerks „Myeloma Euronet“ die derzeitige Debatte über die Ausgabenbelastungen.

Für alle seltenen Erkrankungen zusammen, schätzungsweise circa 7 000, rechneten Experten in den nächsten zehn Jahren nur mit 100 neu entwickelten Medikamenten, sagte Schäfer. Arzneimittel für Patienten mit seltenen Erkrankungen würden bislang europaweit nur etwa ein Prozent aller Ausgaben in diesem Bereich ausmachen. Deshalb empfänden Betroffene die aktuelle Debatte teilweise als zynisch. Schäfer hält es zudem für falsch, in der gesundheitspolitischen Debatte die Ausgaben für seltene onkologische Erkrankungen, wie die chronische myeloische Leukämie, mit solchen für weit verbreitete Leiden wie Darmkrebs zu vergleichen.

Dass es sinnvoll wäre, wenn sich in Zukunft Vertreter aller relevanten Gruppen abstimmen würden, wie man möglichst flexibel, schnell und gut aussagekräftige Daten über neue Medikamente erhält, findet er ebenfalls. Schäfer verweist zudem auf die USA: Dort würde die FDA bei der Prüfung von Medizinprodukten bereits abweichende statistische Analysemethoden akzeptieren. Dies könne möglicherweise ein Weg sein, damit Studien zu Medikamenten gegen sehr seltene Erkrankungen sich nicht zu lange hinzögen.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema