ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2010Studium: Zu viele Karrieristen
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Die Verteidigung des Numerus clausus auf Seite eins scheint mir zum Teil in die verkehrte Richtung zu gehen. Ich finde, dass die Bewerber, die wenigstens schon einmal im medizinischen Kontext gearbeitet haben, durchaus einen Gewinn für die Medizin und die Ärzteschaft darstellen können (übrigens wird es sich ja auch dabei überwiegend um Frauen handeln, weil die Herkunftsberufe überwiegend von Frauen gewählt werden).

Ich bedauere sehr zu sehen, dass sich unter den heute 30-jährigen Kollegen im Vergleich zu meiner Generation (den heute 60-Jährigen) auffallend viele aalglatte, technologiegläubige Karrieristen (und Karrieristinnen) ohne Empathie für den Kranken befinden. Und im Gegensatz zu Frau Hibbeler glaube ich, dass das etwas mit der Auswahl über den NC zu tun hat. Denn an unseren (in der Regel schlechten) Schulen bekommen neben den paar wirklich Hochleistungsfähigen vor allem aalglatte Karrieristen (und -innen) solche Zensuren, dass sie eine Chance auf einen Studienplatz haben.
Walter Schimmler, Psychiater und Psychoanalytiker, 28717 Bremen
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