ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2010Studium: Begrüßenswert
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Wenn man anschaut, mit wie viel Ideologie und Ignoranz gegenüber gesichertem Wissen die Schulpolitik betrieben wird, dann ist es erleichternd festzustellen, dass das Monopol des Abiturs als Hochschulzugang relativiert wird. Schulsysteminkompatible Persönlichkeiten bekommen wieder eine reelle Chance.

Frau Hibbeler räumt in dem Artikel ein, dass man mit einem Dreier- und auch mit einem Einser-Abitur ein guter Arzt werden kann. Somit stellt sie fest, dass die Abiturnote kein hinreichender Prädiktor dafür ist. Erschreckend häufig werden Patienten (und Kollegen als Patienten!) von Kollegen mit einer berufsethisch devianten pseudoelitären Arroganz und technokratischen Ignoranz abgefertigt. Da kommt schon der Gedanke auf, dass es der Medizin nicht gutgetan hat, über Jahrzehnte fast nur die „Notenbesten“ abbekommen zu haben.

Ich selbst habe in der DDR aus einer Mischung pubertärer und politischer Gründe den ersten Bildungsweg verpasst. Nach einer Krankenpflegeausbildung galt ich dann nicht mehr als „lntelligenzlerkind“ (da Eltern Akademiker) und konnte ohne politischen Kotau (NVA, PG oder IM) das Abitur nachholen und studieren. Die fünf Jahre Krankenpflege waren eine basale Erfahrung, die mich weiterhin und vor allem in den Irrungen und Wirrungen der Kassenarzttätigkeit gut erdeten. Sie haben für meine Berufsauffassung und -ausübung die gleiche Bedeutung wie die Vorklinik für den klinischen Teil des Studiums. Deshalb begrüße ich die nun angestoßene Entwicklung sehr . . .
Dipl.-Med. Andreas Thumulla,
29699 Bomlitz/Jarlingen

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