ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2010Randnotiz: Telefon ohne Worte

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Randnotiz: Telefon ohne Worte

Dtsch Arztebl 2010; 107(18): A-837 / B-733 / C-721

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Das Gehör ist die Verbindung zu den Menschen, heißt es. Für manche ist sie allerdings abgerissen. Dann gibt es Alternativen: Ab sofort können auch Gehörlose und Hörgeschädigte die Servicenummer 115 anrufen und Behördenauskünfte erhalten. Möglich ist das mit dem 115-Gebärdentelefon, das Bundessozialministerin Ursula von der Leyen, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes, Rudi Sailer, am 26. April starteten.

Doch wie lässt sich ohne Worte telefonieren? So schwierig ist das gar nicht: Nutzer des Gebärdentelefons benötigen lediglich einen Computer oder ein Videotelefon. Das Gerät muss mit dem Internet verbunden und mit der benötigten Software, einem sogenannten SIP-Videoclient (Session Initiation Protocol) ausgestattet sein, der kostenlos im Internet heruntergeladen werden kann. Über die SIP-Adresse „d115@gebaerdentelefon.d115.de“ erfolgt dann die Verbindung zum Gebärdenservice der Firma Telemark Rostock, einem Dienstleister des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die Kosten für die Nutzung eines Breitband-Internetanschlusses (DSL-Anschluss) hängen vom Tarif des jeweiligen Anbieters ab.

Profitieren kann von diesem Angebot eine gar nicht so kleine Bevölkerungsgruppe. 2007 waren mehr als 266 000 Menschen in Deutschland gehörlos oder schwerhörig mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50. Für sie ist das Gebärdentelefon ein weiterer Schritt hin zu einer gleichberechtigten Teilhabe. Denn sie werden in der Welt der Lautsprache immer noch häufig ausgegrenzt, im Kindergarten, in der Schule und Nachbarschaft sowie im Berufsleben.
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