ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2010Bypass-Operation weiterhin erste Wahl

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Bypass-Operation weiterhin erste Wahl

Dtsch Arztebl 2010; 107(18): A-838 / B-734 / C-722

EB

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LNSLNS „Die Aussage, dass die Konorarintervention mit medikamentenbeschichteten Stents bei isolierten Hauptstammstenosen oder Hauptstammstenosen mit Ein- oder Zweigefäßerkrankungen einer Bypass-Operation mindestens gleichwertig sei, ist bisher nur eine Hypothese“, sagte Prof. Dr. med. Friedrich-Wilhelm Mohr (Herzzentrum Leipzig), Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Er widersprach damit einer von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie verbreiteten Meldung, nach der die multinationale Studie „Synergie between PCI with taxus and Cardiac Surgery“ (SYNTAX) entsprechende Nachweise liefere.

Das Gesamtergebnis der SYNTAX-Studie, dessen Studienleiter Mohr ist, sei eindeutig: Bei 66 Prozent der KHK-Patienten sei die BypassOperation der perkutanen Koronarintervention (PCI) überlegen. „Bei dem restlichen Drittel, den einfachen Fällen, ist die Katheterintervention eine gleichwertige Alternative. Weitere differenzierende Aussagen zu den Untergruppen der Patienten mit Dreifach-KHK und Hauptstammstenose sind rein hypothetisch.“ Aufgrund der geringen Anzahl der einzelnen Fälle könne die Studie keine repräsentativen und belastbaren Ergebnisse für weitere differenzierte Aussagen liefern. „Entsprechend haben sich der kardiologische Studienleiter Prof. Serruys aus Rotterdam und ich uns auch auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie geäußert“, erläuterte Mohr weiter.

Bei komplexen Hauptstammstenosen sei eine höhere Letalität mit PCI zu beobachten. Inwieweit die Konorarintervention mit medikamentenbeschichteten Stents gleichwertige Therapieergebnisse wie die Bypass-Operation bei Patienten mit nichtkomplexen Hauptstammstenosen liefern kann, soll eine neue multinationale Studie zeigen. Die „Evaluation of Xience prime versus Coronary artery bypass surgery for Effectivness of Left main revascularisation“ (EXCEL) mit 2 500 Teilnehmern und einem Endpunkt in drei Jahren wird noch in diesem Jahr starten.

„Die Ergebnisse dieser Studie sind abzuwarten. Bis dahin gilt weiterhin die Bypass-Operation als die vorzuziehende Therapiemethode auch bei Hauptstammstenosen, wie dies Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam 2006 in der ‚Nationalen Versorgungsleitlinie chronische KHK‘ festgehalten haben. Die entbindet beide Ärztegruppen in den Kliniken aber nicht davon, gemeinsam bei jedem individuellen Fall über die jeweils beste Therapie zu befinden“, stellte Mohr abschließend fest. EB
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