ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2010Weiterbildung: Assistenten nicht vertreten
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Trotz aller Kritik: Das Gute an der Evaluation der Weiterbildung der Bundes- und Lan­des­ärz­te­kam­mer ist, dass sie überhaupt stattgefunden hat. Wenn man das Ergebnis wissenschaftlich korrekt betrachtet, lässt es in der Interpretation weniger Spielraum zu, als die derzeitige Diskussion glauben machen will.

Da der Zugang der Weiterzubildenden nur über die Weiterbilder erfolgte, und diese in vielen Fällen nur ausgewählten Weiterzubildenden einen Zugangscode aushändigten, würde das Verfahren und das damit erzielte Ergebnis keinem Review-Board eines Journals standhalten. So stellt sich auch die Frage, wie die Bundes­ärzte­kammer zu der Aussage „Ärzte mit der Weiterbildung zufrieden, trotz schwieriger Rahmenbedingungen“ kommt. Aus der Evaluation lässt sich ein solcher Schluss mangels Aussagekraft nicht ziehen.

Schon die Erhebung der Anzahl der Weiterbildungsassistenten war abhängig von dem Willen des Weiterbildungsbefugten, sich evaluieren zu lassen. Dies ist umso unverständlicher, als die Lan­des­ärz­te­kam­mern jeden Arzt bei Aufforderung zur Selbsteinstufung im Rahmen der Kammerbeitragserhebung jährlich anschreiben. Hier wäre beispielsweise eine Möglichkeit gewesen, auf dem selben Selbsteinstufungsformular die Assistenten zu Weiterbildungsstatus und -abteilung zu befragen. Die Prüfung dieses Verfahrens für die kommenden Evaluationen sei hier ausdrücklich empfohlen . . .

Da Weiterbildungsassistenten weder in den Vorständen der Ärztekammern Land/Bund noch in den Vorständen des MB vertreten sind, ist ein befugtenunabhängiger Zugang oder eine Ergebnisveröffentlichung – und damit ein statistisch einwandfreies Ergebnis über den Stand der Weiterbildung – bei weiteren Evaluationen eher nicht zu erwarten. Die, um die es geht, haben folglich kaum die Möglichkeit der Mitgestaltung . . .
Johannes Kamp, 53113 Bonn
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