ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2010Weiterbildung: Was zu tun ist
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. . . Nach wie vor leiden junge Kolleg(inn)en an fehlender Zuwendung und Betreuung/Führung durch ihre Ausbilder; jede ärztliche Tätigkeit muss gezeigt und wiederholt werden, niemand ist von vornherein unfähig oder blöd etc. Stattdessen werden sie wie vor Jahrzehnten als „Blutabnehmer – Hakenhalter – Codierer und Schreiberlinge“ missbraucht. Nur wenige Kliniken verfügen über professionelle Kräfte, die diese Arbeit übernehmen. Junge Menschen lernen nicht sechs Jahre Medizin, um dann so wenig wirkliche medizinische Arbeit machen zu dürfen. Und das dürfte für alle Fachbereiche gelten. Das Logbuch ist wirklich nur ein Anfang. Es müssen Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, die Weiterbildungsinhalte auch umzusetzen, das heißt, kleinere Abteilungen müssen verbindlich zu überregionalen Netzen zusammenkommen, sonst entfällt die Weiterbildungsbefugnis. Wir brauchen Richtzahlen für die Facharztweiterzubildenden; nicht jeder in irgendeinem „Fach“ wird dann „Facharzt“, sondern nur die in einem entsprechendem Verbund mit entsprechender Qualifikation der Einrichtung und der Ausbilder. Die geforderten Leistungen müssen also auch in entsprechender Anzahl vorgehalten/angeboten werden. Das kann aber nicht bei jedem Assistenzarzt beziehungsweise in jedem Haus gewährleistet werden.

Bisher werden – außer von Uni-Kliniken oder einigen Großkrankenhäusern – kaum Oberärzte an den Entscheidungsgremien einschließlich Prüfungsausschüsse etc. der Aus- und Weiterbildung beteiligt, obwohl sie maßgeblich die Weiterbildung betreuen. Ob die jetzigen Entscheidungsträger die tatsächliche Wirklichkeit abbilden, ist für mich fraglich. Die meisten Kollegen werden abseits von diesen Kliniken ausgebildet . . .

In unseren europäischen Nachbarländern funktioniert das Kollegialprinzip – und die Ausbildung – tadellos. Warum meinen wir Deutschen immer noch, dass nur ein „Chef den Laden am Laufen hält“, warum immer die gleichen Altargumente, zum Beispiel ein Schiff = ein Kapitän, ein Haus = ein Architekt, . . . viele Häuptlinge, wenig Krieger . . . etc. Warum immer noch keine zeitgemäßen Sozialstrukturen? Sind unsere Nachbarn schlechtere Ärzte?. . .
Wilhelm Grohmann, Evangelisches Fachkrankenhaus und Altenhilfe gGmbH, 40882 Ratingen
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