ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2010Klassifikation maligner Tumoren: Unverzichtbares Nachschlagewerk

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Klassifikation maligner Tumoren: Unverzichtbares Nachschlagewerk

Dtsch Arztebl 2010; 107(18): A-866 / B-758 / C-746

Junker, Annette

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Um die Behandlung einer bösartigen Erkrankung planen und die geeigneten Therapien einleiten zu können, wird der Tumor üblicherweise nach international gebräuchlichen Kriterien klassifiziert. Die Einteilung erfolgt nach bestimmten Normen, für die hauptsächlich drei Gesichtspunkte maßgebend sind: die Größe des Tumors (T), die Beteiligung der Lymphknoten (N) und das Vorhandensein von Metastasen (M).

Die TNM-Klassifikation wurde von dem Franzosen Pierre Denoix in den Jahren 1943 bis 1952 entwickelt und wird seit 1950 von der Union internationale contre le cancer (UICC) weitergeführt. Die erste UICC-Edition einer TNM-Klassifikation wurde 1968 herausgegeben. Bereits bei der zweiten Auflage war auch die American Joint Commitee on Cancer beteiligt. Die Verständigung dieser beiden Organisationen gewährleistete eine Uniformität dieses Regelwerks, so dass die Anwendung des TNM-Systems weltweit zum Goldstandard bei der Tumorklassifizierung wurde. Die überarbeitete siebte Auflage wurde im letzten Jahr in englischer Sprache veröffentlicht.

Das Taschenbuch ist die deutsche Übersetzung dieser Auflage der TNM-Klassifikation. Es enthält alle wichtigen neuen organspezifischen Klassifikationen, die Onkologen und Pathologen für ihre Arbeit mit Krebspatienten bei der Tumorklassifizierung in Bezug auf Stadium, Prognose und Therapie benötigen. Bedeutsame Veränderungen gegenüber der letzten Auflage betreffen die Karzinome des Ösophagus, des gastroösophagealen Übergangs, des Magens, der Lunge, des Appendix, der Gallengänge, der Haut und der Prostata.

Einige Klassifikationen sind neu: gastrointestinale Karzinome (neuroendokrine Tumoren), gastrointestinale Stromatumoren, Schleimhautmelanome des oberen Aerodigestivtrakts, Merkelzellkarzinome, Uterussarkome, intrahepatische Cholangiokarzinome und Nebennierenrindenkarzinome.

Der Übersichtlichkeit des ganzen Buches dient zunächst die einheitliche Gliederung in der Darstellung der einzelnen Tumorentitäten. Am Ende der Darstellung einer jeden Entität steht eine Kurzfassung der Klassifikation. Sehr hilfreich ist es auch, dass inhaltliche Änderungen dieser Auflage gegenüber der sechsten Auflage durch eine Linie am linken Rand des Textes gekennzeichnet sind. Blaue Reiter an den Seitenrändern, die der Strukturierung des Inhaltsverzeichnisses entsprechen, erleichtern das Finden einer bestimmten Entität, leider fehlt ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis.

Das Buch ist gut strukturiert, ein ausgezeichnetes Nachschlagewerk und für Onkologen und Pathologen für ihre Arbeit mit Krebspatienten sicher unverzichtbar. Sowohl der UICC als auch den Herausgebern gebührt ein großes Lob im Sinne der Lebensweisheit von Thomas von Aquin: „Die sind weise zu nennen, die Dinge in die rechte Ordnung bringen.“ Annette Junker

Christian Wittekind, Hans-Joachim Meyer (Hrsg.): TNM. Klassifikation maligner Tumoren. 7. Auflage. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2010. 295 Seiten, kartoniert, 29,90 Euro
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