ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/1997Polymorphe Lichtdermatose: Eher oxidativer Streß als Allergie

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Polymorphe Lichtdermatose: Eher oxidativer Streß als Allergie

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die oft fälschlicherweise als "Sonnenallergie" bezeichnete polymorphe Lichtdermatose (PLD) beruht nicht auf einer allergischen Reaktion. Über die Ursachen darf weiterhin spekuliert werden; die jüngste Hypothese geht davon aus, daß - zumindest bei UVA-assoziierten Formen - die Sonneneinstrahlung in der Haut zu oxidativem Streß führt, wodurch freie Radikale entstehen, die die Genexpression beeinflussen. Um die dabei involvierte Signalkette schon zu Beginn zu blocken, wurden topische Antioxidanzien getestet.
Mit einem Vertreter der Flavonoide, alpha-Glykosylrutin, ließ sich bei In-vitro- und In-vivo-Experimenten eine gewisse Hemmung dieser Vorgänge zeigen, wie Dr. Franz Stäb (Experimentelle Dermatologie, Beiersdorf AG) auf einem Symposium während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie in Karlsruhe darlegte. Für Patienten mit PLD hat das Unternehmen deshalb ein spezielles Lichtschutzpräparat entwickelt, das neben diesem Antioxidans noch Ferulasäure (Lichtschutz) und eine geringe Menge Tocopherolacetat (Vitamin E) zur Stabilisierung enthält.
Zweimal täglich
Mit dieser Kombination (Eucerin® sun) ließe sich - zweimal täglich über eine Woche aufgetragen - im Photoprovokationstest bei PLD-Patienten die Entwicklung einer PLD verhindern oder aber der Schweregrad und Juckreiz reduzieren, berichtete Dr. Ina Hadshiew (Hamburg-Eppendorf). Ob das Präparat auch den "Härtetest" besteht und als Prophylaktikum vor dem Urlaub tauglich ist, muß die Zukunft zeigen. Bisher gilt für Patienten, die im Urlaub zu einer PLD neigen, die Empfehlung, vorher mit Beta-Carotin einen systemischen Lichtschutz aufzubauen. Auch über eine Lichtbehandlung mit UVA und etwas UVB kann über die Pigmentierung ein gewisser Gewöhnungseffekt erzielt werden. Daneben ist von H1-Antagonisten ein gewisser Effekt zu erwarten, etwas schlechtere Resultate zeigt eine Kalzium-Prophylaxe.
Dr. Renate Leinmüller
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