ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996Qualitätssicherung – Ziel: „Gläserner Arzt“
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LNSLNS Die ICD-10 ist nicht vom Tisch, da sie bei der Qualitätssicherung für das ambulante Operieren weiter angewendet werden soll. Die Erhebungsbögen, offensichtlich für die allgemeine Chirurgie entwickelt, passen wenig zur Augenheilkunde und erwecken wirklich den Eindruck, daß ausschließlich der "Gläserne Arzt" das Ziel ist und keineswegs die Qualitätssicherung. Als Komplikationen sind Blutungen und Entzündungen erfaßbar, nicht die uns besonders interessierende Ruptur der hinteren Linsenkapsel bei Staroperationen, mit Glaskörperverlust. Für Revisionsoperationen nach mangelhaftem Wundverschluß fehlen Eintragungsfelder. Außer der Anzahl und Zeitdauer der Operationen ist also nichts wirklich Wichtiges zu erfassen. Die Qualität der Antworten kann nicht besser sein als die mangelhafte Qualität der Fragen. Unsere Qualitätskontrolle sehe ich in der Zahl der einweisenden Fachkollegen, die Anpassung an Standards in Kongreßbesuchen und Hospitationen in anderen Kliniken, nicht in Fragebögen. Die Vergütung für diese Bögen-Ausfüllerei kann nur bei anderen, sinnvolleren Tätigkeiten eingespart werden.
Prof. Dr. B. von Barsewisch, Augen-Tagesklinik, Pankeweg 15, 16928 Groß Pankow/Prignitz

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