ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2010Niedergelassene: Rösler will mehr Flexibilität in der Bedarfsplanung

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Niedergelassene: Rösler will mehr Flexibilität in der Bedarfsplanung

PP 9, Ausgabe Mai 2010, Seite 196

ddp; Hillienhof, Arne

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Eckpunkte zur ärztlichen Versorgung will Rösler bis zur Sommerpause vorlegen. Foto: Action Press
Eckpunkte zur ärztlichen Versorgung will Rösler bis zur Sommerpause vorlegen. Foto: Action Press
Die Koalition will die regionale Verteilung von Ärzten grundlegend verändern. Künftig solle sich der Bedarf an niedergelassenen Ärzten nicht mehr zwingend an den Stadt- und Landkreisgrenzen ausrichten, sondern flexibel errechnet werden, erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) der „Financial Times Deutschland“. Eckpunkte zur Verbesserung der Ärzteversorgung vor allem auf dem Land will er bis zur Sommerpause vorlegen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterstützt die Pläne. „Gerade in den schlechter versorgten Landkreisen müssen wir uns von den starren Verteilungsstrukturen lösen“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. Wie die regionale Bedarfsplanung konkret verbessert werden könne, müssten sämtliche Beteiligte gemeinsam definieren, so der KBV-Sprecher. Die geltenden Regeln könnten nicht verhindern, dass es beispielsweise in großen Städten in wohlhabenden Stadtteilen oftmals zu viele und in ärmeren Stadtteilen zu wenig Ärzte gebe. Auch dünn besiedelte Landkreise könnten künftig von einer ärztlichen Unterversorgung betroffen sein. „Wir müssen uns angesichts der demografischen Entwicklung in einigen Regionen neuen Konzepten öffnen“, meinte Stahl. Dazu gehöre auch, über rollierende Praxisbesetzungen nachzudenken, wenn sich eine feste Praxis in einem sehr dünn besiedelten Ort nicht mehr rechne.

Nach Ansicht der CDU könnten auch ambulante Angebote von Krankenhäusern zu einer flächendeckenden Versorgung beitragen. „Dabei geht es insbesondere um eine bessere Verzahnung von Praxis- und Klinikangeboten in schlechter versorgten Gebieten“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (siehe Interview in diesem Heft). Die CSU setzt im Kampf gegen den Ärztemangel auf eine umfassende Liberalisierung der Zulassungsregeln für Mediziner. „Wir wollen die Zulassungssperren für Ärzte grundsätzlich auf den Prüfstand stellen“, betonte Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU). ddp/hil
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