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LNSLNS Den Autoren ist für die Betonung eines biopsychosozialen Ansatzes zu danken, bei dem deutlich wird, dass sich die Erektile Dysfunktion (ED) entgegen weit verbreiter Annahmen nicht ausschließlich auf funktionelle Aspekte beschränkt, sondern als hoch komplexe Störung einer interdisziplinären Behandlung bedarf. Im Hinblick auf die im Artikel nur kurz genannten Appetenzstörungen wäre noch sinnvoll zu ergänzen, dass es sich hierbei um ein eigenes Krankheitsbild handelt, das im DSM-IV-TR als „hypoactive sexual desire disorder“ (HSDD) beschrieben ist, und dem derzeit im Gegensatz zur ED leider noch wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Die klinische Symptomatik der HSDD besteht in einem Defizit an sexuellen Fantasien und Verlangen, das bei Betroffenen zu starkem Leidensdruck führt, mit Prävalenzen bis zu 15 % nah an die entsprechenden Zahlen der ED herankommt und folglich dem Mythos entgegensteht, dass Männer eigentlich immer Lust auf Sex hätten (1, 2). Zur diagnostischen Exploration des sexuellen Verlangens dient unter anderem als Fragebogen das Sexual Desire Inventory (3), um die HSDD von der ED abgrenzen zu können. Da als Ursache derzeit viele Faktoren wie Depression, Hypogonadismus, Alter, Ängste und auch Partnerschaftskonflikte diskutiert werden, wäre es in Zukunft wünschenswert, wenn die Existenz einer HSDD bei Männern zukünftig insbesondere im klinischen Bereich, aber auch in der Forschung, größere Beachtung finden würde.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0350b

Prof. Dr. med. Markus A. Kuczyk
Dipl.-Psych. Annika Simon
PD Dr. med. Axel Stuart Merseburger
Klinik für Urologie und Urologische Onkologie
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
E-Mail: merseburger.axel@mh-hannover.de
1.
Meuleman EJ, van Lankveld JJ: Hypoactive sexual desire disorder: An underestimated condition in men. BJU Int 2005; 95(3): 291–6. MEDLINE
2.
Maurice WL: Sexual desire disorders in men. In: Leiblum SR, ed. Principles and practice of sex therapy. 4th edition. New York, NY u.a.: Guilford Press 2007; 181–211.
3.
Spector IP, Carey MP, Steinberg L: The sexual desire inventory: development, factor structure, and evidence of reliability. J Sex Marital Ther 1996; 22(3): 175–90. MEDLINE
4.
Rösing D, Klebingat KJ, Berberich H, Bosinski H, Loewit K, Beier K: Sexual dysfunctions in men – Diagnosis and treatment from a sexological interdisciplinary perspective [Sexualstörungen des Mannes – Diagnostik und Therapie aus sexualmedizinisch-interdisziplinärer Sicht]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(50): 821–8. VOLLTEXT
1. Meuleman EJ, van Lankveld JJ: Hypoactive sexual desire disorder: An underestimated condition in men. BJU Int 2005; 95(3): 291–6. MEDLINE
2. Maurice WL: Sexual desire disorders in men. In: Leiblum SR, ed. Principles and practice of sex therapy. 4th edition. New York, NY u.a.: Guilford Press 2007; 181–211.
3. Spector IP, Carey MP, Steinberg L: The sexual desire inventory: development, factor structure, and evidence of reliability. J Sex Marital Ther 1996; 22(3): 175–90. MEDLINE
4. Rösing D, Klebingat KJ, Berberich H, Bosinski H, Loewit K, Beier K: Sexual dysfunctions in men – Diagnosis and treatment from a sexological interdisciplinary perspective [Sexualstörungen des Mannes – Diagnostik und Therapie aus sexualmedizinisch-interdisziplinärer Sicht]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(50): 821–8. VOLLTEXT

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