ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2010Pädiatrie: Nationales Impfkonzept gefordert

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Pädiatrie: Nationales Impfkonzept gefordert

Dtsch Arztebl 2010; 107(19): A-892 / B-784 / C-772

Werr, Lisa

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Foto: Keystone
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Ein nationales Impfkonzept fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland (BVKJ). Hintergrund ist der erneute Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin. Nach Angaben von Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ, reichen die bisherigen Impfkonzepte nicht aus, um eine wünschenswerte Durchimpfungsrate von 95 Prozent zu erreichen. Deutschland brauche endlich ein nationales Impfkonzept, um die Ziele der Welt­gesund­heits­organi­sation für Deutschland – insbesondere die Ausrottung der Masern – zu erreichen.

Die gesetzlichen Grundlagen bestehen bereits durch das Infektionsschutzgesetz; der Bund ist durch eine Verordnungsermächtigung berechtigt, bei sehr gefährlichen Viren eine Impfpflicht einzuführen. Dieser Fall liege nach Angabe von Hartmann bei Masern vor. Der Pädiater fordert verbindliche Regeln, die sichern, dass alle Kinder vor der Aufnahme in staatlich geförderte Kindertagesstätten einen altersgemäßen Impfschutz nachweisen.

Damit könne sichergestellt werden, dass sie entsprechend den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission geimpft sind, sofern keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen.

„Wir sehen hier das Recht eines Kindes auf Gesundheit höher als das Recht der Eltern, ihren Kindern einen Impfschutz zu verweigern“, erklärte Hartmann. liw
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