ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2010Tarif: Triste Realität
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Während in den Gesundheitswissenschaften nicht mehr diskutiert wird, ob es einen Fach- und insbesondere Führungskräftemangel in den nächsten Jahren an deutschen Kliniken geben wird, sondern vielmehr, wie man diesem begegnen kann, kann die derzeitige Realität in Sachen Personalentwicklung und -förderung trister kaum sein: Eine Rechtsprechung, die mit ihrer Forderung, dass Oberarzt nur der sein darf, der mindestens einem Facharzt vorgesetzt ist, an der Realität vieler Häuser vorbeigeht. Arbeitgeber, die langjährigen Oberärzten die Eingruppierung als solche verweigern und damit sogar an mindestens einer psychiatrischen universitären Einrichtung drei von fünf Oberärzten an einer Klinik mit 140 (teil)stationären Plätzen vor Gericht zwingen. Der Marburger Bund, der dieses Thema nicht mehr öffentlichkeitswirksam bei den Tarifauseinandersetzungen thematisiert . . .

Da ist es fast schon ein „Randthema“, dass die Kriterien für den tariflichen Oberarztstatus praktisch nur mit einer Vollzeitstelle erfüllbar sind. Die Förderung von Ärztinnen und Ärzten in der Familienphase ist scheinbar nur etwas für Sonntagsreden und Hochglanzbroschüren zum Thema gender mainstreaming.

Betroffenheitsphrasen der Funktionäre zum Thema Abwanderung von Ärzten ins Ausland oder in patientenferne Bereiche machen angesichts dieser Entwicklung wahlweise staunen und wütend.
Dr. med. Arnd Hill, 45131 Essen

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