ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2010Laparoskopische Chirurgie: Vorbildlicher OP-Atlas

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Laparoskopische Chirurgie: Vorbildlicher OP-Atlas

Dtsch Arztebl 2010; 107(19): A-934 / B-816 / C-804

Dehne, Andreas

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Die laparoskopischen Operationsverfahren haben den chirurgischen Alltag in den letzten 20 Jahren revolutioniert. Waren es zunächst vor allem die gynäkologischen Operationen, ausgehend von der ersten gynäkologischen Laparoskopie 1901 durch Kelling, so kamen später die laparoskopische Appendektomie (1982 Semm) und die Cholezystektomie durch Mühe (1985) und Mouret (1987) hinzu; inzwischen hat sich das Indikationsspektrum seit Beginn der 90er Jahre beständig erweitert.

Der nun seit 2007 bereits in zweiter Auflage erscheinende Band erfüllt die Wünsche an einen OP-Atlas in vorbildlicher Weise: Die Abbildungen in höchster Qualität gestatten step by step das Nachvollziehen aller wichtigen OP-Schritte. Das Verhältnis von Text und Bebilderung ist ausgewogen bei sehr übersichtlichem Layout. Die eingefügten Tipps geben auch dem erfahrenen Operateur Anregungen und gestatten den kritischen Vergleich mit eigenen Erfahrungen.

Die speziellen Kapitel berücksichtigen nach vor- rausgehenden Einführungen zu Instrumentarium, präoperativen Vorbereitungen, Zugangswegen und laparoskopischen Nahttechniken alle anatomischen Zielgebiete der laparoskopischen Chirurgie (Zwerchfell, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Galle, Pankreas, Milz, Appendix, Rektum, Hernien, Retroperitoneum mit Nieren, Nebenniere und iliakale Lymph- adenektomien, Perforationen, Verwachsungen, PE-Entnahmen) mit 50 verschiedenen OP-Verfahren. Speziellen und seltenen Befunden und Indikationsstellungen, zum Beispiel bei Leberzysten, Mesenterialinfarkt, in Leistenhernien inkarzerierter Appendix, Urachusfisteln oder komplexen Adhäsiolysen, ist ein gesondertes Kapitel gewidmet.

Einen spannenden Ausblick in die Zukunft der laparoskopischen Verfahren gibt ein Kapitel zu SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery) und NOTES (Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery). Die bisherigen Einzelfallberichte über transkavitäre Appendektomien oder Cholezystektomien (http:// archsurg.ama-assn.org/cgi/content/abstract/142/9/823, www.eurekalert.org/pub_releases/2008–07/nyph-grw072808.php) klingen noch spektakulär. Um eine kritische Kontrolle über bekanntwerdende Fälle und gegebenenfalls auftretende Komplikationen zu behalten, richtete die DGAV ein Notes-Register ein (www.dgav.de/notes).

Der OP-Atlas ist für die Ausbildung und den klinischen Alltag gleichermaßen geeignet und sollte in keiner chirurgischen Handbibliothek mehr fehlen. Noch tiefere Einblicke in die Erfahrungen des Autors gestattet sicher ein Besuch seiner regelmäßigen OP-Kurse. Andreas Dehne

Thomas Carus: Operationsatlas Laparoskopische Chirurgie. Indikationen, Operationsablauf, Varianten, Komplikationen. Mit Single Access Surgery. 2. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010, 370 Seiten, gebunden, 129,95 Euro
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