ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2010Klaus Hupe: Für ein lebenslanges Lernen

PARACELSUS-MEDAILLE

Klaus Hupe: Für ein lebenslanges Lernen

Dtsch Arztebl 2010; 107(19): A-939 / B-821 / C-809

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LNSLNS Das medizinische Wissen wächst rasant. Eine kontinuierliche Fortbildung ist für Ärzte deshalb unerlässlich. Stichwort: lebenslanges Lernen. Prof. Dr. med. Klaus Hupe hat sich in vorbildlicher Art und Weise für die ärztliche Fortbildung eingesetzt. So war er Vorsitzender der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Die Borkumer Fortbildungswoche entwickelte er von einer kleinen Veranstaltung zu einem interdisziplinären Kongress weiter. Wichtige Impulse setzte der ehemalige chirurgische Chefarzt außerdem in der Qualitätssicherung und somit für eine hochwertige Patientenversorgung.

Prof. Dr. med. Klaus Hupe war viele Jahre Vorsitzender der Akademie für ärztliche Fortbildung in Westfalen-Lippe. Die Borkumer Fortbildungswoche baute er zu einem anerkannten Kongress aus. Foto: privat
Prof. Dr. med. Klaus Hupe war viele Jahre Vorsitzender der Akademie für ärztliche Fortbildung in Westfalen-Lippe. Die Borkumer Fortbildungswoche baute er zu einem anerkannten Kongress aus. Foto: privat
Hupe wurde am 12. Oktober 1928 in Hannover als Sohn des kaufmännischen Direktors August Hupe geboren. Er wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern auf. Nachdem seine Familie in Hannover ausgebombt worden war, zog sie aufs Land – in die Nähe von Göttingen. Kurz vor Kriegsende wurde er zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und geriet in britische Gefangenschaft, aus der er nach zwei Monaten entlassen wurde.

Im Wintersemester 1948/49 schrieb er sich für das Studium der Humanmedizin in Erlangen ein, wo er 1954 erfolgreich das Staatsexamen ablegte. Zum Dr. med. wurde er noch im selben Jahr promoviert. Seine Dissertation trug den Titel „Die Hüftkopfnekrose im Anschluss an eine mediale Schenkelhalsfraktur“.

Nach Stationen in Hannover und an der Universität Bonn trat er 1959 eine Stelle in der Universitätsklinik Marburg an. Im Jahr 1966 legte er die Prüfung zum Facharzt für Chirurgie ab und wurde Oberarzt. Ein Jahr später erteilte ihm die Universität Marburg die Venia Legendi für das Fach Chirurgie. Seine Habilitationsschrift hatte das Thema „Klinische und tierexperimentelle Untersuchungen zur Fettembolie“. 1971 wurde er zum Professor ernannt. Von Dezember 1969 bis zu seiner Pensionierung 1993 war er Chefarzt der Allgemeinen Chirurgischen Abteilung der -Paracelsus-Klinik in Marl und viele Jahre Ärztlicher Direktor der Klinik.

Hupe setzte sich mit großem Einsatz sowohl für seine Patienten als auch für die Belange seiner Kollegen ein. Er engagierte sich über Jahrzehnte in zentralen Bereichen der ärztlichen Selbstverwaltung. Dabei war die ärztliche Fortbildung für ihn immer eine besondere Herzensangelegenheit. Lange bevor der Nachweis von Fortbildungspunkten gesetzlich vorgeschrieben wurde, erkannte er, wie wichtig es ist, dass Ärzte mit ihrem Wissen stets auf dem aktuellen Stand sind. Viele Jahre organisierte er Veranstaltungen auf regionaler Ebene. Das brachte ihm viel Anerkennung ein, so dass er 1980 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gewählt wurde. Von 1982 bis 1995 hatte er das Amt des Vorsitzenden der Fortbildungsakademie inne. Mit außergewöhnlichem Einsatz hat er die ärztliche Fortbildung in Westfalen-Lippe geprägt. Die wohl bekannteste Veranstaltung, an deren Konzeption er maßgeblich beteiligt war, ist die Borkumer Fortbildungswoche. Ihm ist es zu verdanken, dass sich diese zu einem bundesweit anerkannten Fortbildungskongress mit mittlerweile mehr als 2 000 Teilnehmern entwickelt hat.

Dass er ein Arzt mit Weitblick ist, stellte er auch unter Beweis, indem er schon früh die Bedeutung der Qualitätssicherung erkannte. Er setzte wichtige Impulse als Vorsitzender des Arbeitskreises „Chirurgie“ der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Freunde und Kollegen beschreiben Hupe als „kurz, knapp und präzise“ – also typisch chirurgisch. Wenn er sich für ein Projekt engagierte, dann stellte er immer die Sache, nie die eigene Person in den Vordergrund. Mit seinem Einsatz in der ärztlichen Selbstverwaltung – sei es im Weiterbildungswesen oder in der Gutachterkommission für ärztliche Haftungsfragen bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe – steht er für Verlässlichkeit und Kontinuität.

Anschrift:
Keplerstraße 7
45657 Recklinghausen
Foto: privat
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