ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2010Alfred Möhrle: Einsatz für ärztliche Belange

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Alfred Möhrle: Einsatz für ärztliche Belange

Dtsch Arztebl 2010; 107(19): A-940 / B-822 / C-810

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LNSLNS Das Engagement für die Interessen seiner Kollegen zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Dr. med. Alfred Möhrle. Die Liste der Ämter, die er in seinem berufs- und standespolitischen Wirken bekleidete, ist lang. Unter anderem war er zwölf Jahre lang Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen. Aber auch in zahlreichen Gremien der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) setzte er Akzente – etwa als Vorsitzender des Ausschusses „Gebührenordnung“. Sein besonderes Interesse galt der Weiter- und Fortbildung sowie dem Thema Qualitätssicherung. Viele Jahre fungierte der Orthopäde außerdem als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin.

Dr. med. Alfred Möhrle war Präsident der Landesärztekammer Hessen. Außerdem engagierte er sich als Vorsitzender des Ausschusses „Gebührenordnung“ der Bundesärztekammer. Foto: privat
Dr. med. Alfred Möhrle war Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen. Außerdem engagierte er sich als Vorsitzender des Ausschusses „Gebührenordnung“ der Bundes­ärzte­kammer. Foto: privat
Möhrle wurde am 23. Mai 1939 in Frankfurt am Main als einziger Sohn des praktischen Arztes Alfred Möhrle geboren. Nachdem er 1958 die Abiturprüfung abgelegt hatte, schrieb er sich in seiner Heimatstadt für das Studium der Humanmedizin ein. Nach der Approbation 1966 nahm er eine Stelle in der chirurgischen Abteilung des Sankt Marienkrankenhauses in Hofheim an. Nachdem er den Wehrdienst als Truppenarzt in Koblenz absolviert hatte, wechselte er 1968 in die Orthopädie des Städtischen Krankenhauses Frankfurt-Höchst. Zum Dr. med. wurde er 1968 durch die Universität Gießen promoviert. Seine Dissertation hatte das Thema „Fieber als Ausdruck der Jarisch-Herxheimer-Reaktion bei der Penicillinbehandlung der Lues“.

Möhrle erwarb während seiner Tätigkeit zahlreiche Qualifikationen: 1971 legte er die Prüfung zum Facharzt für Orthopädie ab. Es folgten die Zusatzbezeichnungen „Chirotherapie“ und „Physikalische Therapie“ sowie der Facharzt für „Physikalische und Rehabilitative Medizin“. 1974 ließ er sich als Orthopäde in Bad Soden nieder. 1993 gründete er eine Praxisgemeinschaft, in der er bis 2007 tätig war.

Bereits in der Zeit als Krankenhausarzt hatte sich Möhrle für die Belange seiner Kollegen eingesetzt. Seine berufspolitische Heimat wurde der Marburger Bund. Das war der Beginn eines Engagements in der ärztlichen Selbstverwaltung, das weit über das übliche Maß hinausging. Erwähnt sei hier besonders sein Einsatz für die Weiter- und Fortbildung. Auch dem Aufsichtsausschuss beziehungsweise -rat des Versorgungswerks der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen gehörte er an und bekleidete das Amt des Vorsitzenden dieser Gremien. In der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen war er Mitglied der Abgeordnetenversammlung.

Mit großer Standhaftigkeit hat Möhrle ärztliche Interessen über viele Jahre vertreten. Dabei war er stets ein Mann, der niemandem nach dem Mund redete, aber dennoch um Ausgleich mit anderen Meinungen bemüht war. Mit dieser Eigenschaft erwarb er sich Respekt. So wurde er schließlich 1992 zum Präsidenten der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen gewählt – ein Amt, das er bis 2004 innehatte. In dieser Zeit war er auch Mitglied des BÄK-Vorstandes und brachte sich auf Bundesebene in eine Vielzahl von Gremien ein – unter anderem als Vorsitzender der Ständigen Konferenz „Ärztliche Versorgungswerke und Fürsorge“. Hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Vorsitzender des Ausschusses „Gebührenordnung“ – sicher nicht immer ein einfaches Amt. Doch Möhrle scheute sich nicht, klare Worte an Politik und Kostenträger zu richten, und wies immer wieder darauf hin, dass eine Reform der Gebührenordnung für Ärzte überfällig sei. Unangenehme Themen sparte er nicht aus. Vor allem auf dem Deutschen Ärztetag 1996 in Köln setzte er sich mutig mit der Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit auseinander.

Vorbildlich ist auch sein Einsatz in der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin, deren Geschicke er elf Jahre lang als Präsident lenkte. Sein hohes Ansehen ist jedoch nicht auf die Ärzteschaft beschränkt. Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks, in dem er bis heute den Verband Freier Berufe in Hessen vertritt, wählte ihn im Jahr 2005 zum Vorsitzenden. Dieses Amt hatte er bis Ende 2008 inne.

Anschrift:
Humboldtstraße 29
60318 Frankfurt am Main
Foto: privat
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