ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2010Kommunale Krankenhäuser: 15000 Ärzte im Ausstand

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Kommunale Krankenhäuser: 15000 Ärzte im Ausstand

Dtsch Arztebl 2010; 107(20): A-957 / B-837 / C-825

Flintrop, Jens

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Demo in München: circa 4 000 Ärztinnen und Ärzte kamen zur Kundgebung am 17. Mai. Foto: dpa
Demo in München: circa 4 000 Ärztinnen und Ärzte kamen zur Kundgebung am 17. Mai. Foto: dpa
Nach Angaben des Marburger Bundes (MB) sind am 17. Mai circa 15000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern in einen unbefristeten Streik getreten. Bundesweit seien mehr als 200 Klinikstandorte von dem Arbeitskampf betroffen. An einer zentralen Kundgebung in München nahmen demnach etwa 4 000 Ärzte teil.

„Die Ärzte lassen sich nicht mit einem Trinkgeld für ihre Nachtarbeit und 24-Stunden-Dienste abspeisen. 1,28 Euro Nachtzuschlag für Vollarbeit sind ein Hohn“, betonte der MB-Vorsitzende, Rudolf Henke, unter dem Beifall der Demonstranten auf dem Münchener Karlsplatz. Die Krankenhäuser stünden besser da, als sie der Öffentlichkeit weismachen wollten. „Allein 2009 konnten die Kliniken im Bereich der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung eine Erlössteigerung von 6,4 Prozent erzielen. Zu dieser Leistung haben auch wir Ärzte maßgeblich beigetragen.“

Anfang April hatte der MB die Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über einen neuen Tarifvertrag für die rund 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern für gescheitert erklärt. Bei der Urabstimmung hatten 93 Prozent der teilnehmenden MB-Mitglieder für Arbeitskampfmaßnahmen votiert.

Der MB fordert eine lineare Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent. Vor allem aber soll die Arbeit in der Nacht, an Wochenenden sowie an Feiertagen deutlich besser bezahlt werden. Die VKA ist bislang nicht bereit, den Ärzten eine Gehaltsverbesserung anzubieten, die über die Tarifsteigerung im öffentlichen Dienst hinausgeht. JF
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